Geschichte Geschichte

Die Geschichte des KEC

2022 feiern wir 50 Jahre Kölner Eishockey-Geschichte! Die Kölner Haie sind einer der ruhmreichsten Traditionsclubs in Deutschland. Der KEC ist Kult! Acht Deutsche Meisterschaften, zahllose Playoff-Schlachten, Star-Spieler, Star-Trainer, Titel, Triumphe, aber auch Tränen und Skandale pflasterten den Weg der Kölner Haie.

Man mag es so oder so deuten, aber den Leuten, die damals im Umfeld des Kölner Eisstadions mit von der Partie waren, ist heute noch klar: Ohne die Verselbständigung der Eishockey-Abteilung des Kölner EK im Jahr 1972, die in der Folge als Kölner Eishockey-Club „Die Haie“ e.V. firmierte, wäre der große Durchbruch des Pucksports in Köln nicht gelungen. So aber entwickelte sich, losgelöst von der Bevormundung durch die „Kringeldreher“, eine Dynamik, die den KEC in einem Blitz-Durchmarsch durch die Oberliga in die Eishockey-Bundesliga beförderte. Heute gehört der KEC zu den Vorzeige-Adressen in der PENNY DEL.

Erfolge

Deutscher Meister: 1977, 1979, 1984, 1986, 1987, 1988, 1995, 2002
Deutscher Vize-Meister: 1991, 1993, 1996, 2000, 2003, 2008, 2013, 2014
Pokalsieger: 2004
Silbermedaille/Europapokal: 1985, 1996
Bronzemedaille/Europapokal: 1989
Spengler Cup-Gewinner: 1999
Tatra-Cup-Gewinner: 2011

1982/83:

Die Rückkehr des Udo Kiessling

Ein neuer Anlauf zum ersehnten dritten Titelgewinn musste genommen werden. Und wieder einmal hatte Clemens Vedder, der ebenso rührige wie finanzkräftige Herr über die Finanzen, seine Fühler in alle Richtungen ausgestreckt – mit Erfolg. Marcus Kuhl, von 1974 bis ’79 bei den Haien, kehrte nach drei Jahren in seiner Heimatstadt Mannheim wieder nach Köln zurück, was letztlich auf die hervorragenden geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Spieler und dem KEC-Schatzmeister (sie betrieben zusammen einige Jeansläden) zurückzuführen war.

Rasant in die Saison gestartet: Mike Ford, der Haie-Verteidiger.

Aber auch die Einkäufe für die Verteidigung, Garmischs Peter Gailer und Bill Nyrop (242 NHL-Spiele für Montreal und Minnesota), konnten sich sehen lassen. Mit dem farbigen Deutsch-Kanadier Peter Ascherl, hatte der KEC nicht nur einen brillanten Kufenflitzer und (bei Bedarf) Faustkämpfer vom Kuhl-Klub MERC geholt, sondern gleichzeitig einen intelligenten, angehenden Rechtsanwalt. Ein groß gewachsener 17- Jähriger aus dem Haie- Nachwuchs trainierte auch schon mit: Uwe Krupp hieß der unübersehbare junge Verteidiger.

Da war auch noch ein gewisser Rick Amann verpflichtet worden, doch dem heutigen TV-Kommentator fehlte damals einfach der richtige deutsche Pass, so dass er rasch wieder verabschiedet wurde – ohne ein Pflichtspiel für die Haie absolviert zu haben. Bunt gemixt war also alles, doch Trainer Heinz Weisenbach konnte auch weiter auf seine etablierten Stars wie Sikora, Truntschka, Meitinger, Philipp und Schiller zählen – und die Transferpolitik der Haie sollte noch längst nicht ausgereizt sein.

Furioser Start

Der Ligastart des KEC war wirklich atemberaubend, denn am 10. September fegte man den Erzrivalen DEG, mächtig aufgerüstet übrigens, mit 12:4 regelrecht aus der Halle. Vor allem im ersten Drittel mussten die Düsseldorfer selbst dem eingefleischtesten Kölner Fan fast schon etwas leid tun: 9:0 hieß es nach den ersten 20 Minuten – und wenn das so weiter gegangen wäre…

Es begann eine kleine Siegesserie, die erst am 6. Spieltag mit einem 5:7 in Schwenningen abriss, doch das Kölner Team blieb weiterhin ziemlich erfolgreich, was allerdings Mitte Oktober Präsident Heinz Landen und Clemens Vedder nicht davon abhielt, Trainer Weisenbach den Laufpass zu erteilen: „Nicht mehr genügend Autorität bei der Mannschaft“, so lautete es hinter den Kulissen, wobei die Vorstandsetage bei der Demontage des Eishockeylehrers aus dem Allgäu insofern kräftig mitgewirkte hatte, als man Weisenbach zu Saisonbeginn einen Co-Trainer an die Seite gestellt hatte. Damals in der Bundesliga eine recht ungewohnte Maßnahme, und Karol Havasi war wohl auch eher so etwas wie Vedders Aufpasser – der Slowake sollte Weisenbach unter Kontrolle halten. Klar war, dass Havasi dann neuer Chef wurde, doch sportlich wollte sich einfach nicht der gewünschte Höhenflug einstellen.

Karol „Havarie“

Irgendwie schloss Havasi, der bald mit dem Spitznamen Karol „Havarie“ leben musste, nahtlos an die fehlende Führungsstärke Weisenbachs an. Das Kölner Starensemble stellte recht bald fest, dass auch der neue Coach nicht die von Vedder gewünschte harte Hand besaß. Dabei bekam Havasi zu Weihnachten noch ein tolles Transfergeschenk: Udo Kießling, Deutschlands überragender Verteidiger und Mitglied der KEC-Meisterteams von 1977 und ’79, kehrte nach drei Jahren bei der DEG und einem kurzen Intermezzo beim EV Füssen an die Lentstraße zurück.

17 Jahre alt und am Beginn einer großen Karriere: Junghai Uwe Krupp

Im Allgäu hatte man sich mit den Kießlings (auch Vater Gerhard war engagiert worden) total übernommen – der Traditionsklub musste daraufhin (leider für immer) Abschied vom großen Eishockey nehmen. Beim KEC durfte man sich freuen – für die nächsten zehn Jahre sollte Udo der Garant für viele grandiose Erfolge werden. Nur sofort, da wollte sich das Kölner Glück auf dem Eis nicht einstellen. Zu launisch das Auftreten der Truppe, wohingegen der EV Landshut und die kampfstarken Mannheimer viel mehr Konstanz bewiesen.

Doch immer wieder zeigte auch der KEC sein Potenzial, so beispielsweise am 30.Januar 1983, an dem man den Heimnimbus des Mannheimer ERC mit einem erstaunlichen 5:2 brach, und noch beachtlicher ein paar Tage später das 8:4 in Landshut, das 17 Spiele unbesiegt geblieben war – und bei den Haien fehlten sogar noch Kießling, Forster, Sikora und Philipp sowie der dauerverletzte Nyrop, der sich längst nach Amerika verabschiedet hatte.

Platz vier mit zehn Punkten Rückstand – das war sicherlich viel zu wenig, und da konnte es kaum trösten, dass sich die inzwischen von Heinz Weisenbach trainierte DEG so gerade noch auf Platz acht in die Play-Offs retten konnte (Punktverhältnis 21:51). Kein Problem bedeutete das Viertelfinale gegen Schwenningen, doch schon im Halbfinale erwies sich Landshut mit dem wieder einmal alles überstrahlenden Scorerkönig Erich Kühnhackl (39 Tore und 54 Assists) als zu hohe Hürde. Wenigstens ein Highlight gelang Truntschka & Co. noch, denn im ersten Play-Off-Heimspiel deklassierte man die Niederbayern mit 13:3, wobei Holger Meitinger vier Treffer beisteuerte. Doch Landshut gewann in vier Spielen, und dem KEC blieb nach zwei Niederlagen gegen Rosenheim nur Rang vier.