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Tag 4 des Trainingscamps oder auch "Wer sorgt eigentlich für den reibungslosen Ablauf?"

FREITAG, 21. AUGUST 2026
Edin Ramic kurz vor dem Spiel in Landshut zusammen mit Markus Ljungh (r.) (Fotos: Denis Wroblewski)

Seit diesem Sommer ist unser Betreuerteam um einen „Neuzugang“ reicher – Edin Ramic, der zuvor Eismeister bei uns war, ist seit dieser Spielzeit mit dabei und sorgt sich zusammen mit Esa Maunula als Betreuer vor Ort darum, dass alles läuft. Doch was heißt eigentlich, „dass alles läuft“? Wir haben Tag 4 des Trainingscamps genutzt, uns mit dem 32-Jährigen zu unterhalten und zu erfahren: „Wer sorgt eigentlich für den reibungslosen Ablauf?“ Und das mitten in den Vorbereitungen zum Testspiel am Freitagabend gegen den EV Landshut. Und genau während dieses Gesprächs haben wir gemerkt, wie viel Detailarbeit im Alltag des Betreuerteams steckt, denn es wurde nach neuen Stutzen, nach der Musikbox, nach Kaugummis, dem WLAN-Passwort und vielen anderen Sachen gefragt. Also haben wir uns beeilt – hier ist das kurzweilige Gespräch mit unserem Betreuer, der damit natürlich auch ein Stück weit stellvertretend für alle steht, die sich bestens um unsere Jungs kümmern.

Wann beginnt dein Arbeitstag im Trainingslager?

„Unser Arbeitstag – also der des Betreuerteams – beginnt ungefähr eineinhalb Stunden vor der Mannschaft. Je nach Plan ist das immer etwas unterschiedlich. Im Trainingscamp mussten wir zusätzlich eine halbe Stunde Fahrzeit vom Hotel am Tegernsee in die Bad Tölzer Eishalle einplanen. Dort angekommen, haben wir alles aufgebaut und vorbereitet, Kaffee gemacht, die Schläger hergerichtet und alles Weitere vorbereitet. Danach haben wir eigentlich nur noch auf die Jungs gewartet.“

Was muss funktionieren, damit die Mannschaft gar nicht merkt, wie viel Arbeit dahintersteckt?

„Das Wichtigste ist, dass alles bereit ist, wenn die Jungs eintreffen. Die Handtücher müssen da sein, die Getränke bereitstehen und die Ausrüstung muss fertig, sauber und aufgehängt sein. Die Schlittschuhe sollten im besten Fall schon geschliffen sein. Eigentlich ist es wie ‚zu Hause‘: Wenn alles so läuft wie immer, fällt es den Spielern gar nicht auf. Auch bei der Hinfahrt zum Trainingslager ist es wichtig, dass zum Beispiel das Frühstück im Bus ist und alles vor Ort bereitsteht. Da arbeiten wir eng mit Fabian Jedwabny, unserem Teammanager, zusammen. Sobald etwas fehlt, merken es die Jungs dagegen sofort.“

Gibt es Spieler mit besonderen Gewohnheiten?

„Klar, das ist wie im normalen Leben. Einer braucht immer ein zweites Paar Handschuhe auf der Bank. Ein anderer möchte nicht zwei Schläger, sondern vier auf der Bank haben. Der nächste braucht Tape, ein anderer Papiertücher auf der Bank, weil er sich in jeder Trainingsunterbrechung das Gesicht abwischen möchte. Aber irgendwann kennt man diese Gewohnheiten. Bei den Spielern, die schon länger da sind, weiß man einfach, was sie brauchen. Bei neuen Spielern muss man sich natürlich erst darauf einstellen.“

Wie wichtig ist ein Trainingslager für das Team hinter dem Team?

„Sehr wichtig. Die Gruppe war die ganzen Tage über wirklich mega und auch zu uns und dem Team hinter dem Team super. Noch besser zusammenwachsen kann man eigentlich kaum. Zu Hause ist halt immer ‚Alltag‘. Im Trainingscamp setzt man sich abends auch mal zusammen, quatscht, spielt Spiele oder unternimmt etwas. Diese Zeit hat man im normalen Alltag unter der Woche eigentlich gar nicht.“

Woran merkst du, dass die Stimmung in der Mannschaft gut ist?

„Das merkt man an Kleinigkeiten. Zum Beispiel daran, wie die Spieler mit dir umgehen oder an einem Gesichtsausdruck. Manchmal merkt man einfach: Irgendwas passt ihm heute nicht. Dann muss man manchmal ein bisschen das ‚Mütterchen‘ sein und nachfragen, was los ist. Man merkt oft schon an Kleinigkeiten, ob jemand nicht ganz zufrieden ist.“

Was unterschätzen die Fans an eurem Job?

„Ich könnte mir vorstellen, dass viele die Dauer des Tages unterschätzen. Viele denken: Wir fahren zur Halle, kommen dort an, und dann ist Feierabend. Aber das stimmt so nicht.“

Sondern?

„Bei einem Auswärtsspiel gilt es, alles zusammenzupacken und zu überlegen, was mitgenommen werden muss. Allein die Vorbereitung dauert mindestens zwei Stunden. Danach kommt die Fahrt – auch das ist anstrengend. Wenn man ankommt, wird ausgepackt, alle Taschen werden ausgeräumt, die Ausrüstung wird aufgehängt und alles für den nächsten Morgen vorbereitet. So ein Tag beinhaltet meistens zwölf Stunden oder mehr.“

Würdest du für einen Tag mit einem Spieler tauschen wollen?

„Nein.“

Was nimmst du persönlich aus einem Trainingscamp mit?

„Vor allem die Zeit mit dem Team. Man hat die Möglichkeit, Dinge zu besprechen oder einfach ein bisschen zu interagieren. Das hat man im normalen Trainingsalltag nicht unbedingt. Und natürlich die Abwechslung. Es ist eine riesige Abwechslung zum Alltag, einmal eine andere Umgebung zu sehen, andere Leute zu treffen und einen ganz anderen Ablauf zu haben. Das macht für mich schon einen Unterschied.“

Gab es einen besonderen Moment im Trainingscamp, der dir im Gedächtnis geblieben ist?

„Ein cooler Moment war für mich, als Thomas Berglund und Hendrik Stridh zusammengesessen haben und ich einfach dazugestoßen bin. Ich spreche als Deutscher nicht perfekt Englisch, aber die beiden haben mich trotzdem direkt mit aufgenommen. Das war für mich ein sehr positiver Moment für die weitere Zusammenarbeit – die beiden machen es einem sehr leicht. Ein weiterer schöner Moment war ein Abend beim Vorbereitungsspiel in Bad Tölz. Wir durften das Spiel anschauen und waren mehr oder weniger eingeladen. Den Abend haben wir sehr genossen. Obwohl wir natürlich sehr viel Zeit in den Hallen verbringen, sind wir trotzdem immer auch gerne als Zuschauer in einer Halle. Am Ende eint uns alle die Liebe zum Eishockey.“