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Tag 2 des Trainingscamps oder auch "Wirklich immer die gleichen Fragen?"

MITTWOCH, 19. AUGUST 2026
Moritz Müller in der Eishalle Bad Tölz neben Geburtstagskind Daniel Fischbuch (r.) und Maxi Kammerer (l.) (Fotos: Denis Wroblewski)

Hier könnte jetzt stehen, dass Moritz Müller in seine 24. Profisaison geht, in diesem Jahr wieder Kapitän unserer Mannschaft ist und sich wie jedes Jahr aufs Neue auf die anstehende Spielzeit freut. Aber: Das wisst ihr ja eigentlich. Und da haben wir uns gefragt: Was wisst ihr eigentlich noch nicht? Oder besser: Welche Fragen hat Mo in seiner Zeit bei uns vielleicht noch nie gestellt bekommen? Also haben wir den abwechslungsreichen zweiten Tag unseres Trainingscamps genutzt, um die Interview-Perspektive ein wenig zu verändern. Statt der üblichen Fragen kamen diesmal andere zu Wort: der Nachwuchs des EC Bad Tölz, ein junger und treuer Haie-Fan – und natürlich Mo selbst.

Während des Trainings am Dienstagvormittag waren zahlreiche Zuschauer in der Eishalle Bad Tölz. Eine kleine Gruppe fiel uns dabei besonders ins Auge: Sieben junge Eishockeyspieler aus dem Nachwuchs des EC Bad Tölz, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Wir nutzten die Gelegenheit und baten sie, Mo ein paar Fragen zu stellen.

Mo, 24. Saison, immer dieselben Fragen. Ist das nicht langweilig?
„Ich glaube, dass ich bessere Antworten liefern könnte, wenn die Fragen abwechslungsreicher wären.“

Was hast du vor, wenn du mit dem Eishockey aufhörst?
„Da bin ich mir selbst noch gar nicht so sicher. Es gäbe einige Optionen, aber nichts, was schon spruchreif ist. Klar ist, dass ich am Sport interessiert bin und auch bleibe. Ich kann es aktuell aber noch nicht genau benennen.“

Was ist dein Pregame-Ritual?
„Ich unterscheide zwischen Ritual und Angewohnheit. Ich versuche eigentlich, kein Ritual zuzulassen, weil das ein Stück weit Aberglaube mit sich bringt. Ich bin der Meinung, dass Dinge, die sich gut bewährt haben – wie Warm-up, Essen oder Schlaf – schon einen Impact haben und mir helfen. Ich versuche, keine Rituale künstlich zu entwickeln, um die Verantwortung abzugeben.“

Welche drei Dinge nimmst du mit auf eine einsame Insel?
„Familie ist gesetzt, die kommt immer mit. Um etwas herunterzukommen, würde ich ein Handy und auch ein gutes Buch mitnehmen. Das Handy ist ja auch wichtig, um sich zu melden, sollte etwas nicht passen. Ein Buch würde ich gerne dabei haben, weil ich im Alltag wenig dazu komme und eigentlich gerne lese. Zu guter Letzt würde ich noch ein Taschenmesser mitnehmen.“

Welche Mannschaft magst du mehr: 1860 München oder Bayern München?
„Es ist bestimmt keine Überraschung, wenn ich sage, dass beide Teams jetzt nicht unbedingt meine Lieblingsvereine sind. Ich kenne viele Spieler wie zum Beispiel Korbinian Holzer, die Fans von 1860 München sind. Auf der anderen Seite haben wir mit Maxi Kammerer einen großen Bayern-München-Fan bei uns im Team. Deswegen würde ich mich seinetwegen für Bayern entscheiden.“

Was ist dein Lieblingswitz aus der Kabine?
„Es ist jeden Tag etwas anderes, würde ich sagen. Es gab eine Saison, in der wir uns fast jeden Tag untereinander in der Kabine und drumherum Streiche gespielt haben. Ich erinnere mich an einen guten: Wir haben von einem Teamkollegen, dessen Namen ich nicht nennen möchte, weil es Brett Breitkreutz unfair gegenüber wäre, die Unterhose geklaut, sie mit Wasser bespritzt und anschließend in die Eistruhe gepackt. Das Resultat: ein Eisblock, mit dem der Kollege nichts anzufangen wusste.“

Wer ist der Nervigste in der Kabine?
„Wir haben keinen Nervigen in der Kabine, vielmehr viele lustige Spieler. Ich finde, dass Menschen auf verschiedene Art und Weise lustig sind. Ein Humor, den ich sehr spannend finde und schätze, ist der von Ryan MacInnis.“

Nach dem Mittagessen haben wir uns noch einmal kurz mit Mo getroffen und ihm selbst ein paar Fragen gestellt. Zu diesem Gespräch haben wir außerdem Jonathan eingeladen, einen großen Haie- und FC-Fan, der mit seiner Familie Urlaub am Tegernsee macht. Gemeinsam mit seinem Papa lauschte er dem kurzweiligen Gespräch – inklusive einer überraschenden Wende.


Auf welche Frage kannst du mittlerweile verzichten?
„Ist das deine letzte Saison?“

Welche Frage beantwortest du mittlerweile automatisch?
„Macht es Spaß, für die Kölner Haie zu spielen? Die Antwort sollte doch klar sein.“

Welche Frage wird dir vor jeder Saison gestellt?
„Ist das deine letzte Saison?“

Was würdest du dein 20-jähriges Ich fragen?
„Bist du bereit, die Aufgabe anzunehmen?“

Hat sich die Bedeutung davon, Kapitän zu sein, verändert?
„Auf jeden Fall. Als junger Spieler und Kapitän ist man sehr stolz und möchte gleichzeitig sehr viel in der eigenen Hand halten und organisieren. Je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, Aufgaben abzugeben, zu delegieren und vor allen Dingen darauf zu vertrauen, dass es gutgeht.“

Doch damit war das Gespräch noch nicht beendet. Jonathan bekam anschließend noch die Gelegenheit, Mo selbst zu „befragen“.

Mo, was ist dein Lieblingsort?
„Unser Garten. Wenn wir einen freien Tag haben, ich dort sitze, die Sonne scheint und ich die Vögel zwitschern höre, dann fühle ich mich pudelwohl. Das ist mein Lieblingsort.“

Und wenn du kein Eishockeyspieler wärst: Was wärst du heute?
„Das ist eine sehr gute Frage. Als Kind habe ich viele verschiedene Sportarten gemacht und ausprobiert – ich habe Judo, Boxen und Kampfsport gemacht, dann habe ich eine Zeit lang Fußball gespielt. Wenn ich jetzt noch einmal zurückgehen könnte und Eishockey keine Option wäre, würde ich wahrscheinlich etwas in Richtung Kampfsport machen. Obwohl: Padel fällt mir auch noch ein. Das macht mir großen Spaß und das habe ich quasi den ganzen Sommer über durchgespielt. Dann würde ich vielleicht sogar doch eher Padel sagen, weil das etwas ‚gesünder‘ ist.“ (lacht)

Wie fühlt es sich an, als Spieler in die LANXESS arena einzulaufen?
„Wenn ich mir die Spiele – was selten der Fall ist – von oben anschaue, dann ist es noch einmal ein etwas anderes Gefühl, als unten auf dem Eis zu stehen. Unten ist man im Tunnel, konzentriert sich auf das Spiel und das, was passiert. Man sieht dann manchmal gar nicht alles in Gänze, weil der Fokus ein ganz anderer ist. Von oben sieht man jedoch vieles besser – Einlaufshow, Pyro etc. –, was schon sehr elektrisierend ist.
Trotzdem gibt es eigentlich jedes Mal den einen Moment, in dem ich vor dem Einlauf in das weite Rund schaue und denke: ‚Wow, wie voll – und die kommen alle wegen uns.‘ Das ist sehr aufregend und ein schönes Gefühl.“