Wir haben im Sommer Markus Ljungh verpflichtet, der seine ersten Wochen als Hai inzwischen hinter sich hat – Testspieldebüt, Saisoneröffnungsfeier und öffentliches Training inklusive. Für viele stellt sich von auen die Frage: Wann wird aus einem Neuzugang eigentlich ein Teil des Teams? Dieser Frage sind wir in einem kurzweiligen Gespräch am ersten Abend am Tegernsee mit dem erfahrenen Schweden nachgegangen. In den kommenden Tagen beleuchten wir fünf unterschiedliche Perspektiven aus dem Trainingscamp – den Anfang macht der 32-Jährige, der mit uns über das Thema Integration gesprochen hat.
Die Idee zum Gespräch mit Markus Ljungh kam uns am frühen Abend in der Lobby, als wir Gregor MacLeod, Patrick Russell, Louis-Marc Aubry, Frederik Storm, Ryan MacInnis und Markus Ljungh beim Gesellschaftsspiel „Siedler von Catan“ über die Schulter schauten. Nach zwei intensiven Partien schnappten wir uns Markus Ljungh, der als einziger Neuzugang in der Sechserrunde mit den anderen um Erz, Wolle, Stroh und Siegpunkte kämpfte.
Markus, wer hat die Runden gewonnen?
(Ljungh überlegt und ruft durch den Raum: „Russ, wer hat die Runden gewonnen?“ Patrick Russell antwortet: „Gregor und ich.“)
„Ich also leider nicht.“ (lacht)
Wer war der aggressivste Spieler?
„Stormi und Russ. Aber bei Russ habe ich Verständnis, da er mir das Spiel gezeigt hat – ihm gönne ich den Sieg.“ (lacht)
Du bist seit einigen Wochen neu bei uns – wie ist dein erster Eindruck?
„Ich fühle mich von den Jungs sehr willkommen. Es ist eine Gruppe, die eine positive Einstellung hat. Einen bestimmten Moment, in dem ich dachte: ‚Okay, jetzt bin ich wirklich Teil der Gruppe‘, gab es eigentlich nicht. Es hat sich einfach Tag für Tag entwickelt. Ich habe mich immer mehr in die Gruppe eingefunden und kenne inzwischen viele der Jungs. Wie gesagt: Ich fühle mich sehr willkommen. Das ist schön.“
Was hat es dir leicht gemacht, hier anzukommen und Teil der Gruppe zu werden?
„Ich glaube, es ist ein bisschen eine Sache von beiden Seiten. Wenn man neu in eine Gruppe kommt, liegt es manchmal auch an einem selbst, auf die anderen zuzugehen. Aber die Jungs hier sind sehr offen und sprechen auch von sich aus mit mir. Sie müssen also nicht immer darauf warten, dass ich auf sie zugehe. Das ist eine gute Balance, und ich glaube, genau das hat es mir leicht gemacht.“
Gab es in den vergangenen Wochen etwas, das du über das Team oder einzelne Jungs gelernt hast und vorher noch nicht wusstest? Etwas, bei dem du überrascht warst?
„Ja, eigentlich gibt es jeden Tag kleine Dinge. Gerade bei den Abläufen rund um das Equipment oder bei der täglichen Arbeit lerne ich immer wieder etwas Neues über die Jungs und darüber, wie hier gearbeitet wird. Es sind keine groen Überraschungen, aber jeden Tag kommen neue Kleinigkeiten dazu.“
Gibt es einen Unterschied zwischen dieser Gruppe und den Teams, in denen du vorher während deiner Karriere warst?
„Ja, ich denke schon. Hier kommen die Jungs aus verschiedenen Ländern, und alle sind sehr offen. Auerdem sprechen eigentlich alle Englisch, was es natürlich einfacher macht, miteinander zu kommunizieren. Ich würde sagen, dass die Gruppe dadurch noch etwas offener und internationaler wirkt als einige Teams, in denen ich vorher war.“
Du kanntest einige Jungs schon vorher. Gibt es jemanden, den du vorher noch nicht kanntest und mit dem du jetzt eine besonders gute Verbindung aufgebaut hast?
„Zunächst natürlich die Jungs, mit denen ich schon gespielt habe – aber auch die deutschen Spieler wie zum Beispiel ‚Fischi‘, ‚Noebi‘ oder auch ‚Bokki‘ machen es mir sehr einfach. Es ist schön, neue deutsche Freunde kennenzulernen. Auch mit Maxi, neben dem ich sitze, verstehe ich mich gut. Aber generell fühle ich mich sehr willkommen und spreche mit allen Jungs.“
Wie viel Arbeit steckt eigentlich dahinter, aus einer Gruppe einzelner Spieler ein richtiges Team zu machen?
„Es ist eine Menge Arbeit. Das beginnt schon am Anfang und zieht sich durch die ganze Saison. Man muss ein Gefühl für jeden Einzelnen bekommen und verstehen, wie jeder tickt. Das braucht natürlich etwas Zeit. Gleichzeitig sind die Jungs offen und wollen selbst ihren Teil dazu beitragen. Jeder muss aber auch er selbst bleiben. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg und finden immer besser zusammen.“