Am Tag der Abreise aus dem bayrischen Trainingscamp mit zwei Testspielen haben wir die Zeit nochmal genutzt und uns mit drei Protagonisten unterhalten, die die ganze Zeit über mit dabei waren – und die jeweils unterschiedliche Perspektiven einnehmen auf die uns umtreibende Frage: „Was fünf Tage zusammen bewirken?“ Kapitän Moritz Müller, Neuzugang Tim Fleischer und Co-Trainer Manuel Kofler bewerten für uns die gemeinsame Zeit und geben spannende Einblicke.
TIM FLEISCHER
Tim, was hast du in diesen fünf Tagen über diese Mannschaft gelernt?
„Wir haben bereits eine sehr gute Teamchemie und einen starken Zusammenhalt. Das hat sich überraschend schnell entwickelt, obwohl es in einem neuen Team normalerweise Wochen oder auch mal Monate dauert. Die Neuzugänge passen meiner Meinung nach sehr gut in die Mannschaft, die es mir und den anderen aber auch sehr leicht macht.“
Was hat dich im Camp am meisten überrascht?
„Dass wirklich alle viel miteinander zu tun haben und offen miteinander kommunizieren. Besonders im Training ist die Intensität auffällig: Jeder gibt 100 Prozent und versucht, den anderen besser zu machen.“
Wer hat dich positiv überrascht – und warum?
„Müsste ich einen wählen, würde mir spontan Nico einfallen. Er hat mit seiner Leistung im Training und im Spiel überzeugt. Mit Gregor habe ich früher in Nürnberg bereits zusammengespielt – er hat für mich seit dem noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht, ist nochmal besser geworden und kann in jeder Situation besondere Momente kreieren. Und er war damals schon gut (lacht). Die Fitness von Mo ist trotz seines Alters überragend – dafür muss ich ihm „Props“ geben.
Was müssen wir unbedingt mit nach Köln nehmen?
„Den starken Zusammenhalt, die gute Kommunikation und die Bereitschaft, sich im Training gegenseitig zu pushen und besser zu machen.“
Wenn du einen Moment aus diesen fünf Tagen mit nach Köln nehmen könntest – welcher wäre es?
„Der gemeinsame Ausflug mit den kleinen Booten am Mittwoch auf dem See. Bei schönem Wetter ins Wasser zu springen und gemeinsam mit den Booten auf dem See zu sein, war ein besonders schöner und entspannter Moment.“
Ist die Mannschaft heute eine andere als vor fünf Tagen?
„Die Mannschaft ist deutlich enger zusammengerückt. Alle kennen sich besser, sind weniger zurückhaltend und wissen schon besser, was der jeweils andere braucht. Dadurch fühlt es sich bereits deutlich mehr wie eine Einheit an.“
MORITZ MÜLLER
Was hast du in diesen fünf Tagen über die Mannschaft gelernt?
„Die Mannschaft lernt gerade noch viel voneinander und als Team. Nach fünf Tagen gibt es noch nicht die eine groe Erkenntnis, aber die gemeinsame Zeit hilft dabei, sich besser kennenzulernen.“
Was hat dich im Camp am meisten überrascht?
„Zum einen, wie schön der Tegernsee ist. Zum anderen, wie detailreich Eishockey eigentlich ist. Das erfahre ich immer wieder aufs Neue und macht es so spannend. Gerade im Training wurde deutlich, wie wichtig Kleinigkeiten sind und wie genau man hinschauen muss.“
Wer hat dich positiv überrascht – und warum?
„Ich würde sagen, dass Nico im Spiel gegen Landshut mit seiner Leistung überzeugt und gezeigt hat, dass er ein echter ‚Gamer‘ ist. Auch Carlos hat in den ersten Wochen einen sehr guten Eindruck hinterlassen und ein starkes Spiel gemacht.“
Wenn du einen Moment mit nach Köln nehmen könntest – welcher wäre es?
„Die gemeinsame Bootstour auf dem Tegernsee an einem freien Nachmittag. Zeit mit dem Team auerhalb des Eises zu verbringen, ist immer super.“
Ist die Mannschaft heute eine andere als vor fünf Tagen?
„Ein Stück weit ja. In den intensiven Tagen miteinander hat sich einiges entwickelt. Man erkennt besser, was noch verbessert werden muss, und genau dafür sind solche gemeinsamen Tage wichtig.“
CO-TRAINER MANUEL KOFLER
Was hast du in den fünf Tagen über die Mannschaft gelernt?
„Das Teambuilding hat sehr gut funktioniert. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Schwimmen, Golf, Gesellschaftsspiele und die gemeinsamen Abende konnten die Spieler viel Zeit miteinander verbringen, sich austauschen und als Gruppe enger zusammenwachsen.“
Wie wichtig sind solche Tage auch für euch als Trainerteam?
„Sehr wichtig. Abseits von Training, Taktik und Besprechungen geht es darum, sich auch auf der zwischenmenschlichen Ebene kennenzulernen. Gerade weil man viel Zeit miteinander verbringt, etwa im Bus oder bei gemeinsamen Aktivitäten, helfen solche Tage dabei, eine gute Verbindung innerhalb des gesamten Teams aufzubauen. Und das hat hier auf jeden Fall gut funktioniert.“
Welchen Moment würdest du gerne mit nach Köln nehmen?
„Besonders die gemeinsam erarbeiteten Standards bleiben im Kopf. Die Spieler wurden dafür in vier Gruppen aufgeteilt und haben die Abläufe gemeinsam entwickelt. Dabei hat man gemerkt, dass bereits viele Ideen und Vorstellungen zusammenpassen und sich ein gemeinsames Verständnis entwickelt.“
Und das gilt es zu konversieren?
„Genau. Wichtig ist, dass die Verbindung innerhalb der Mannschaft weiter gestärkt wird. Wenn alle Spieler als Team agieren, die Rädchen zunehmend ineinandergreifen und die gemeinsam erarbeiteten Dinge auch auf dem Eis umgesetzt werden, haben wir eine sehr gute Basis.“