So feiern unsere Jungs Weihnachten

SONNTAG, 25. DEZEMBER 2022
Haie-Kapitän Moritz Müller vor seinem Weihnachtsbaum.

Weihnachten ist im vollen Gange. Zeit, für alle Menschen kurz innezuhalten und die Festtage zusammen mit der Familie und den Liebsten zu genießen. Auch wenn unsere Jungs bereits am zweiten Weihnachtstag bei den Grizzlys aus Wolfsburg (19:30 Uhr) antreten müssen, wird natürlich standesgemäß gefeiert. Wie genau Moritz Müller, Andreas Thuresson, Nick Bailen und Co. die Feiertage verbringen und was landestypisch ist, verraten wir Euch hier.

LOUIS-MARC AUBRY

Wie hast du Weihnachten vor deiner Zeit als Profi verbracht?

„Es ist mein zwölftes Jahr in Folge als professioneller Hockeyspieler. Davor, also als ich noch in meiner Heimat gespielt habe, bin ich immer für ein paar Tage nach Hause gefahren und habe es genossen, über die Feiertage die traditionellen Sachen zu machen: Zeit mit der Familie verbringen, gemeinsam Geschenke auspacken, zusammenkommen und mit Cousins, die eigens aus Buffalo angereist sind, über Gott und die Welt zu reden. Familienzeit eben.“

Wie wird es dieses Jahr im Hause Aubry aussehen?

„Leon, unser kleiner Sohn, wird am Morgen des 24. schon den Großteil der Geschenke auspacken und sich freuen, dass es kurz nach seinem Geburtstag schon wieder darum geht, das Geschenkpapier so schnell es geht aufzureißen. Essenstechnisch werden wir uns an die deutschen Bräuche halten, weil meine Frau Jenny das zum einen sehr mag und zum anderen einfach sehr gut zubereitet. Gut für mich. Es wird eine knusprige Gans mit Knödeln, Äpfeln und Rotkohl geben – dazu einen schönen Nachtisch.“

Was gab es früher in Québec zu essen?

„Mit meiner Familie haben wir immer Raclette gemacht. Das schmeckt allen und ist sehr gemütlich, weil man einfach über mehrere Stunden zusammensitzt und eine entspannte Zeit hat.“

Was wünscht Du Dir fürs neue Jahr?

„Gesundheit, sie ist das Wichtigste im Leben. Uns Haien wünsche ich, dass wir auch dann noch spielen, wenn es draußen warm ist und unser letztes Playoff-Spiel gewinnen.“

ANDREAS THURESSON

Was darf an Heiligabend essenstechnisch auf keinen Fall fehlen?

„Bei uns gibt’s viel Fisch – Hering und Lachs zum Beispiel. Aber auch Fleischbällchen dürfen nicht fehlen. Es ist ein großer Mix und für alle etwas dabei – meine Frau ist US-Amerikanerin, weswegen wir auch die amerikanischen Bräuche berücksichtigen müssen. Daher wird es bestimmt auch „Turkey“ und „Ham“ geben – man kann es ein bisschen mit Thanksgiving vergleichen.“

Worauf freust Du Dich Weihnachten dieses Jahr am meisten?

„Darauf, Zeit mit der Familie zu verbringen. Das ist das Wichtigste. Für die Kinder wird es viel um die Geschenke gehen.“

Wann gibt’s Geschenke?

„In Schweden werden die Geschenke am 24. Dezember verteilt, in den USA erst einen Tag später, am 25. Dezember – von daher gehe ich stark davon aus, dass wir an allen Feiertagen Geschenke für die Kinder haben werden. Die freuen sich natürlich.“

Was wünscht Du Dir fürs neue Jahr?

„Zunächst einmal, dass wir alle gesund bleiben. Als Team wünsche ich mir, dass wir weiter hart arbeiten, unser gutes Eishockey beibehalten und möglichst viele Punkte einfahren. Wir sind ein gutes Team und es wäre schön, wenn wir das mit einem tiefen Playoff-Run veredeln können.“

OLEG SHILIN

Womit ist der Shilin-Tisch an Heiligabend vor allen Dingen gedeckt?

„Jede Menge Salat. Unter anderem den russischen Salat mit dem Namen „Olivje“. Der ist in Russland ein fester Bestandteil des Essens rund um die Feiertage und kann mit dem deutschen Kartoffelsalat verglichen werden. Dazu wird’s eine Ente geben.“

Gibt’s russische Traditionen?

„Wenn wir alle zusammen – Familie und Freunde – und in der Heimat sind, dann fahren wir gemeinsam ins Dorf und reiten dort auf Pferden. Geschenke gibt’s am Neujahrstag. Die Geschenke werden am Jahresende vom sogenannten Väterchen Frost und seiner Enkelin übergeben, dem Schneeflöckchen.  Das traditionelle Weihnachten feiern wir in Russland am 7. Januar.“

Was wünscht Du Dir fürs neue Jahr?

„Gesundheit für alle.“

MAXIMILIAN GLÖTZL

Was darf an Heiligabend auf keinen Fall essenstechnisch fehlen?

„Das Schöne ist, dass es bei uns jedes Jahr unterschiedlich ist. Ich durfte mir für dieses Jahr das Essen wünschen, Schweinsbraten mit Semmelknödeln war meine Wahl.“

Wann gibt’s Geschenke?

„Eigentlich direkt nach dem Essen, wobei das immer ein wenig davon abhängt, ob meine Mutter Nachtschicht hat oder nicht. Vor dem Essen zünden wir am Tisch Wunderkerzen an, wobei wir in der Familie dazu Sternwerfer sagen.“

Worauf freust Du Dich Weihnachten dieses Jahr am meisten?

„Es mag öde klingen, aber ich freue mich wirklich sehr darauf, die zwei Tage mit der Familie zu verbringen. Zumal ich in den vergangenen beiden Jahren zur Weihnachtszeit jeweils mit der Nationalmannschaft in Kanada war und ich dementsprechend nicht mit meiner Familie zusammen feiern konnte.“

Was wünscht Du Dir fürs neue Jahr?

„Dass wir so gut wie möglich abschneiden und wir konstant spielen. Für mich persönlich wird es darum gehen, weiter hart zu arbeiten und meine Leistung zu bringen, um dadurch auf Eiszeit zu kommen.“

MORITZ MÜLLER

Wie sieht Euer Weihnachtsfest zuhause aus?

„Wir sind gerade dabei, unsere Traditionen als kleine Familie zu entwickeln. Das Christkind kommt auf jeden Fall vorbei. Am 23. Dezember feiern wir in Kassel bei meiner Familie und am 24. sind wir bei der Familie meiner Frau – in der Nähe von Mönchengladbach. Kommendes Jahr wollen wir die Feiertage als Familie dann in Köln verbringen. Noch ist der Platz im Haus dafür nicht da, aber das wird sich bis zum kommenden Jahr hoffentlich ändern.“

Was darf auf dem Esstisch der Familie Müller an Heiligabend nicht fehlen?

„Mein Vater hat schlesische Wurzeln, weswegen es bei uns an den Feiertagen immer schlesische Mohnklöße zum Nachtisch und natürlich schlesische Weißwurst gab. Die vermisse ich mittlerweile schon sehr – bei uns wird’s Rotkohl, Klöße und eine Gans geben. Da schwelge ich dann schon ein bisschen in Nostalgie, denn so sehr feiere ich das gar nicht, habe mich aber den Wünschen der Allgemeinheit gefügt.“

Wann ist die Bescherung?

„Am 24., ganz klassisch nach dem Essen.“

Was wünscht Du Dir, Deiner Familie und allen Haien für das kommende Jahr?

„Gute Frage, wünschen tue ich mir immer sehr viel (lacht). Meiner Familie, allen Haien und auch mir wünsche ich in erster Linie Gesundheit. Das ist das Allerwichtigste auf der Welt. Ich wünsche mir zudem, dass ich mit meiner Familie ein ähnlich schönes Jahr verbringen werde, wie wir es dieses Jahr hatten. Uns Haien wünsche ich, dass wir einen sehr guten Platz in der Regular Season belegen und dann bis zum bitteren Ende kämpfen und nach Großem greifen.“

NICK BAILEN

Wie feiert ihr dieses Jahr Weihnachten?

„Dieses Jahr wird besonders schön, weil wir als Familie komplett zusammen sind – sogar meine Eltern und mein Bruder sind zu Besuch und feiern mit uns. Es dürfte das erste Mal seit zehn oder elf Jahren sein, dass wir in so großer Runde zusammen sind. Meine Eltern werden sich bestimmt um das Essen kümmern, vor einigen Tagen waren wir schon beim Fleischer, es wird etwas aus dem Ofen geben. Meine Mutter, meine Frau und ich werden zusammen mit meiner Tochter Pierogi machen. Weil wir uns mit der Mannschaft am 25. ja auch gleich schon wieder auf den Weg Richtung Wolfsburg machen, gab’s am 24. am Morgen die Geschenke.“

Habt ihr irgendwelche Traditionen zuhause. Wird beispielsweise gesungen?

„Singen auf keinen Fall. Ich glaube keiner aus meiner Familie hat eine gute Stimme, aber vielleicht versuchen wir es auch einfach. Für unsere Tochter ist es das erste Weihnachten, was sie so richtig mitbekommt und daher auch genießen kann. Vielleicht starten wir einfach neue Traditionen – ich denke, wir werden zusammen backen und einen Weihnachtsfilm gucken. Nichts Besonderes also, sondern schön gemütlich und klassisch.“

An welche Traditionen aus der Kindheit erinnerst Du Dich?

„Wir waren früher am 24. mit 80-100 Leuten bei der Großmutter mütterlicherseits und haben dort den ganzen Tag verbracht. Abends ging’s für uns dann zur Weihnachtsmesse, danach sind wir dann nach Hause gefahren und haben einen „Ham-Sandwich“ vor dem Schlafengehen gegessen, weil wir am 24. selbst kein Fleisch gegessen haben. Geschenke gab es dann aber erst am 25. Dezember.“

Wünsche für 2023?

„Ich hoffe, dass wir als Team eine gute Serie spielen und vielleicht ja sogar in der Lage sind, den Cup in die Stadt zu holen. Meine Frau und ich erwarten im Februar unser zweites Kind. Von daher wünsche ich uns – und natürlich allen Haie-Fans – Gesundheit. Wahrscheinlich werde ich 2023 nicht so viel schlafen, aber das nehme ich in Kauf.“