Seit 1977 besteht für Helmut Rütten eine Liebe zu den Kölner Haien. Von Besuchen mit seinem Onkel an der Lentstrae, über unzählige KEC-Spiele bis hin zum Job bei den Haien. Seit 2010 ist Helmut ein fester Teil der Haie. Zusammen mit unserem Partner TRICORP wollen wir über die Saison hinweg in der Rubrik „Hardest Worker“ immer wieder das Team hinter dem Team vorstellen und euch die Leute näher bringen, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Im zweiten Teil der Serie sprechen wir mit Equipment Manager Helmut „Helle“ Rütten, der uns im Gespräch verrät, wie seine Liebe zu den Haien entstand, wie viele Schläger unsere Mannschaft pro Saison verbraucht und was er gerne macht, wenn er mal nicht in einer Eishalle ist.

Hallo Helmut und vielen Dank für deine Zeit. Du bist schon lange ein Teil der Haie und noch viel länger mit dem KEC verbunden – stimmt das?
Ja, das stimmt. Die Haie verfolge ich schon seit 1977. Ich komme aus Krefeld und bin mit meinem Onkel immer zum Eishockey gegangen. Durch den Konkurs in Krefeld sind mein Onkel und ich dann zu den Haien gefahren. Warum, das was ich gar nicht mehr so genau. Düsseldorf wäre ja eigentlich viel näher für uns gewesen, aber uns hat es mehr nach Köln gezogen. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich an diese Zeit denke. Ich habe noch die damaligen Meistermannschaften im Kopf, kann die Spieler aus diesen Zeiten noch aufsagen. Die Haie sind schon immer etwas Besonderes für mich. Das kann ist gar nicht so richtig beschreiben. Sie haben hart gespielt und waren sehr erfolgreich. Dazu herrschte an der Lentstrae immer eine sehr schöne Atmosphäre. Man kannte sich und gehörte dazu. Und dann hat es sich ergeben, dass ich die Chance hatte, zu den Haien zu kommen. Das Angebot habe ich direkt wahrgenommen, trotzdem, dass ich jeden Tag nach Krefeld pendeln muss.
2010 war dies, mittlerweile bist du seit 16 Jahren ein fester Teil der Haie. Erzähle uns doch gerne, was deine Aufgaben sind?
In meiner Aufgaben bin ich hauptsächlich für das Equipment, also die Ausrüstung der Spieler, zuständig. Da geht es mehr oder weniger ums Bestellen der Ausrüstung, insbesondere vor der Saison, und für eine gute Ausstattung der Spieler zu sorgen. Dazu unterstütze ich unser Betreuer-Team Sascha Engel und Esa Maunula während des Trainingsalltags und bei den Heimspielen.
Die Ausrüstung ist im Eishockey ja schon speziell. Wie sieht da der Austausch mit den Spielern aus?
Heutzutage ist es so, dass eigentlich jeder Spieler nur noch „custom made“ Ausrüstung spielt. Das heit, die Ausrüstung ist auf den Spieler abgestimmt und jeder hat beispielsweise seine individuellen Schlittschuhe und Schläger. Die Spieler kommen zu mir und wir gehen durch, was er für eine Ausrüstung spielt. Dies bleibt dann meistens über die Saison gleich, auer er möchte mal etwas anderes probieren, ob dies jetzt der Flex (Härte des Schlägers) oder die Biegung (Schlägerende) ist.
Ihr habt dann also viel Kontakt im Sommer, wenn die Spieler wieder ankommen?
Sobald wir einen neuen Spieler verpflichtet haben, bekomme ich die Kontaktdaten von Matthias Baldys (Sportdirektor), um mich mit dem Spieler in Verbindung zu setzen und mit ihm durchzugehen, was er benötigt und welche spezifische Ausrüstung er spielt. Dann geht es für mich darum die Sachen schnellstmöglich da zu haben. Es ist wichtig, den Spieler zu kennen und zu wissen, was er braucht. Ich habe eine Liste, in der alles drinsteht, was jeder Spieler für einen Helm, Hose, Handschuhe, Schlittschuhe und Schläger spielt. So wei ich immer, was der Spieler braucht.
Die Schläger dürfte bei deiner Arbeit wohl das gröte Thema sein.
Wenn ich bei uns im Lager noch sechs Schläger eines Spielers habe, dann bestelle ich meistens neu. Dann frage ich den Spieler, ob er bei diesem Schläger bleiben möchte, oder ob er irgendwas verändern möchte. Dabei muss man gut kalkulieren, dass der Spieler immer einen neuen Schläger da hat. Besonders für die „custom made“ Sachen gibt es recht lange Lieferzeiten. Und dann kann es natürlich schon mal passieren, wie zuletzt bei Maxi Kammerer, dass er innerhalb von zehn Minuten drei Schläger zerbricht. Wenn du dann falsch kalkuliert hast und er keine eigenen Schläger hat, ist das natürlich nicht so prickelnd.
Was würdest du sagen, wie viele Schläger braucht ein Spieler pro Saison?
Das ist sehr unterschiedlich. Ein Center, der die Bullys spielt, braucht zum Beispiel mehr Schläger. Ich würde sagen, dass jeder Spieler im Schnitt um die 35, 40 Schläger pro Saison spielt. So sind wir bei gut 800 bis 1.000 Schläger für das gesamte Team in einer Saison.
Wie sieht deine Arbeit an den Spieltagen aus?
An den Spieltagen sind Esa und Sascha an der Bande und dort mehr im Einsatz als ich. Wenn sie an der Bank etwas brauchen, bin ich da und hole die Sachen aus der Kabine. Für uns liegt ist die Arbeit aber immer mehr vor und nach den Spielen. Theoretisch haben wir als Equipment Manager immer Auswärtsspiele. Auch bei den Spielen in der LANXESS arena packen wir morgens die Ausrüstung im Trainingszentrum ein und bringen sie in die Arena, so natürlich auch bei den Auswärtsspielen.
Hat sich in deiner Arbeit in den vergangenen 16 Jahren etwas verändert?
In den ersten Jahren sind wir immer mit der Mannschaft im Bus mitgefahren. Das ist heute nicht mehr so. Heute wird das Material mit einem zusätzlichen Transporter zu den Auswärtsspielen gefahren. Das ist eigentlich das, was sich am meisten geändert hat. Die Ausrüstung hat sich in den vergangenen Jahren natürlich schon etwas geändert, aber die Jungs spielen immer noch mit Helm, Hose, Handschuhen und Schläger. Bei den Schlittschuhen hat sich vielleicht am meisten getan.
Erzähl uns gerne mehr.
Früher war es die Regel, dass jeder Spieler zwei Paar Schlittschuhe hatte. Dass, wenn im Spiel mal ein Schuh kaputt ging, du ein Reservepaar hattest. Heute haben die Spieler pro Saison mehrere Paare. Ein Spieler wie bei uns beispielsweise Brady Austin, der mit über 100 Kilo auf dem Eis steht, braucht dementsprechend auch mehrere Paare. Vor ein paar Jahren hat der Schwede Andreas Holmquist, auch ein groer Verteidiger, über zweieinhalb Jahre mit nur einem Paar Schlittschuhe gespielt, das war schon speziell. Er wollte nie neue haben. Ich habe ihn immer gefragt, aber er meinte nur, dass die Schuhe noch gut sind und er damit weiterspielen möchte.
In den 16 Jahren hat du viele Spiele aus nächster Nähe verfolgt. Gibt es ein Spiel, was dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, natürlich die Finalserien. Ob es jetzt gegen Berlin, Ingolstadt oder vergangenen Saison wieder gegen Berlin war – das bleibt in Erinnerung. Da denkt man sich schon, wie schade es war, diese Serien zu verlieren.
Und wenn du mal nicht in einer Eishalle oder am Eis bist, was machst du gerne in deiner Freizeit?
Ich habe jetzt schon im fünften Jahr angefangen Golf zu spielen. Dies ist zu einer groen Leidenschaft von mir geworden. Dann treffe mich gerne mit Freunden und fachsimpele. Die meisten sind auch Eishockey-Fans. Und die wollen von mir dann natürlich immer die neuesten Sachen erfahren. Aber da mache ich dicht (lacht). Wenn wir kein Spiel am Wochenende haben, schaue ich mir auch mal andere Eishockey-Spiele an, wie in Krefeld. Aber das ist schon etwas anderes, das kann man mit den Haien einfach nicht vergleichen.