Wir gewinnen Spiel 4 der Halbfinal-Serie gegen die Eisbären Berlin mit 4:3 nach Verlängerung und stellen die Serie damit auf 2:2. In einem packenden und qualitativ hochwertigen Eishockeyspiel wechselt das Momentum hin und her – ebenfalls die Führungen. Das letzte Wort in einem packenden Duell sollte dann Dominik Bokk behalten, der die LANXESS arena in der 78. Minute zum Tollhaus verwandelte und mit seinem Gamewinner das Spiel entschied. Wir haben den Spielbericht.
Das Spiel war gerade einmal 20 Sekunden alt, da verwertete Frederik Storm einen Pass Dominik Bokks zum vielumjubelten 1:0 – der Direktschuss des Dänen fand seinen Weg ins Netz vorbei an EBB-Goalie Jake Hildebrand und sorgte für die frühe Führung. Die ersten Minuten gehörten unserem Team, doch leider konnten wir ein zweites Tor vorerst nicht nachlegen.
Der amtierende Deutsche Meister aus der Hauptstadt zeigte sich keineswegs geschockt und kam mit jedem Shift besser in die Partie. Mit der ersten Überzahlsituation erzielte das Team von Cheftrainer Serge Aubin den Ausgleich – nachdem wir mehrere Chancen zuvor noch überstanden, war Janne Juvonen in unserem Tor beim Versuch von Ty Ronning machtlos. Der US-Amerikaner überwand den Finnen mit einem satten Handgelenkschuss aus kurzer Distanz. Mit dem 1:1 nach abwechslungsreichen 20 Minuten ging es in die erste Drittelpause.
Und hier hatten die Berliner zunächst das Sagen: Kapitän Kai Wissmann erzielte nach 20 Sekunden das 2:1 und sorgte damit zunächst für einen kurzen Schockmoment. Doch wir fanden die perfekte Antwort nur drei Minuten später. In einer guten Berliner Phase fuhren wir über Gregor MacLeod und Tanner Kero einen guten Konter. Im richtigen Moment legte MacLeod von links auf rechts, wo Kero nicht lange fackelte und Hildebrand überwand. 2:2!
Das Spiel blieb eng, auf Augenhöhe und für die 18.600 Fans in der ausverkauften LANXESS arena äußerst unterhaltsam – Bokk verwertete ein Zuspiel Storms in der 33. Minute nach schönem Gegenangriff zur Führung. Hildebrand, der das „Play“ ahnte, machte sich vergebens lang und verletzte sich leider bei der Aktion. Er wurde durch Jonas Stettmer ersetzt – gute Besserung an dieser Stelle! Mit der knappen Führung ging es in das letzte Drittel.
Hier schenkten sich beide Mannschaften weiterhin nichts, konnten sich immer wieder gute Chancen erspielen, aber es sollte bis zur 52. Minute dauern, ehe das nächste Tor fallen sollte: Liam Kirk belohnte eine starke Berliner Phase mit dem Ausgleich. Der Angeifer nutzte die dritte von drei guten Powerplay-Chancen zum 3:3. Dabei blieb es nach 60 Minuten, sodass die Verlängerung herhalten musste.
Und in dieser erzielte Bokk in der 78. Minute den emotionalen Siegtreffer. Der Angreifer fasste sich in der neutralen Zone ein Herz, drang mit Geschwindigkeit in die gegnerische Zone ein und zog per Handgelenkschuss ab. Der Puck landete im Winkel und sorgte an einem besonderen Abend für den 4:3-Sieg nach Verlängerung.
Spiel 5 des Halbfinals findet am Freitag um 19:30 Uhr in Berlin statt.
TORE
1:0 Frederik Storm (Bokk, Kemiläinen) 1. Minute; 1:1 Ty Ronning (Überzahl/Reinke) 14. Minute; 1:2 Kai Wissmann (Tiffels, Ronning) 21. Minute; 2:2 Tanner Kero (MacLeod, Schnarr) 24. Minute; 3:2 Dominik Bokk (Storm) 33. Minute; 3:3 Liam Kirk (Überzahl/Pföderl, Ronning) 52. Minute; 4:3 Dominik Bokk (78. Minute)
FAKTEN
- Frühstart: in den ersten beiden Dritteln fiel jeweils in der ersten Minute ein Tor
- Dominik Bokk, Rückennummer 78, erzielte in der 78. Minute den Gamewinner
- Berlins Jonas Stettmer hielt 18 von 19 Schüssen
- Bokk konnte drei Punkte (zwei Tore, ein Assist) einfahren
- Auch Ty Ronning (Tor, zwei Assists) scorte dreifach
STIMMEN
„Was für ein Eishockeyspiel, es war unglaublich. Vier Spiele sind gespielt, zwei haben wir auswärts verloren und die beiden Heimspiele gewonnen. Es geht darum, als Team zu wachsen, wir haben aus den Spielen etwas gezogen und wir wachsen in der Serie mehr und mehr. Die Verlängerung ist immer von einem Moment abhängig – Dominik Bokk hat die kleine Lücke gefunden und das hat die enge Partie entschieden.“
KARI JALONEN
„Es fühlt sich sehr gut an, aber es ist und bleibt ein Teamsport. Wir haben das Spiel gewonnen und das tut gut – die Atmosphäre war wieder sehr besonders. Das Tor werde ich auf jeden Fall nicht vergessen. Beim Tor habe ich gemerkt, dass ich Platz hatte und diesen habe ich genutzt.“
DOMINIK BOKK