22. Juli 1976 – ein Datum, das die Geschichte der Kölner Haie nachhaltig geprägt hat. Denn heute vor genau 50 Jahren gab der Kölner EC einen Transfer bekannt, der in der deutschen Eishockeyszene für Aufsehen sorgte: Erich Kühnhackl, der spätere „Deutsche Eishockeyspieler des Jahrhunderts“, wechselte vom EV Landshut nach Köln und wurde zum Gesicht einer neuen Ära.
DER SPEKTAKULÄRE WECHSEL NACH KÖLN
Am 22. Juli 1976 meldete der Kölner Stadt-Anzeiger den „sensationellen Transfer“ und schrieb: „Der neue Star des Kölner EC heit Erich Kühnhackl. Nach einem wochenlangen Tauziehen unterschrieb der beste deutsche Eishockeystürmer gestern beim KEC.“ Mit diesem Schritt setzte der KEC ein starkes Zeichen und holte einen der besten und prominentesten Spieler, die das deutsche Eishockey zu bieten hatte.
Der Wechsel war nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein Meilenstein. Es ist von einer Rekordablösesumme die Rede, die im deutschen Eishockey bis dahin beispiellos war. Auch international war das Interesse gro. Kühnhackl hatte konkrete Angebote aus Nordamerika, kanadische und US-Profiklubs wollten ihn verpflichten. Der Kölner Stadt-Anzeiger beschreibt, dass ihm pro erzieltem Treffer rund 2500 Dollar in Aussicht gestellt wurden. Kühnhackl stufte den Sprung nach Übersee nach reiflicher Überlegung jedoch als „zu riskant“ ein und entschied sich, in Deutschland zu bleiben – auch mit Blick auf Frau und Tochter. Dieser Entschluss ebnete den Weg nach Köln und machte den Transfer möglich.
ANKUNFT EINES WELTKLASSESPIELERS
Als Kühnhackl nach Köln kam, war er längst mehr als nur ein Bundesliga-Star. Auch in der deutschen Nationalmannschaft war Kühnhackl zu diesem Zeitpunkt unverzichtbar. Bis zu seinem Wechsel nach Köln hatte er in 94 Länderspielen 64 Tore erzielt. Mit 1,93 Metern Körpergröe brachte er eine seltene Mischung aus Physis, Technik und Spielintelligenz mit. Kein Wunder, dass KEC-Trainer Gerhard Kieling ihn als absoluten Wunschspieler bezeichnete. Bereits am Abend der Vertragsunterzeichnung stellte sich Kühnhackl in Köln beim Trainer und seinen neuen Mannschaftskameraden vor – der Beginn einer prägenden Zeit im Haie-Trikot.
KÜHNHACKL BEI DEN HAIEN
Mit seinem Wechsel zum KEC startete Kühnhackl in die Kölner Jahre, die nicht nur seine eigene Karriere, sondern auch die Entwicklung der Haie mageblich beeinflussten. In einer Phase, in der der Club sich in der deutschen Spitze etablierte und regelmäig um Titel mitspielte, wurde Kühnhackl zum Fixpunkt der Offensive und zur Identifikationsfigur auf und neben dem Eis. Seine Präsenz im Angriff, seine Torgefahr und seine Fähigkeit, Mitspieler besser zu machen, trugen entscheidend dazu bei, dass die Haie in dieser Zeit als Top-Adresse im deutschen Eishockey wahrgenommen wurden.
In insgesamt 138 Pflichtspielen für den KEC erzielte Kühnhackl 158 Treffer, gab 127 Vorlagen und sammelte damit 285 Scorerpunkte – und war in jeder seiner drei Spielzeiten im Haie-Trikot Topscorer der Mannschaft. 1977 gewann er mit dem KEC die erste Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte, 1979 folgte zwei Jahre später der zweite Titel. Doch Kühnhackls Kölner Jahre lassen sich nicht nur in Toren und Titeln messen. Mit seine Verpflichtung gewann der KEC bundesweite Strahlkraft und prägte mit Kühnhackl eine neue Identität.
Dass Kühnhackl später zum „deutschen Eishockeyspieler des Jahrhunderts“ gekürt wurde, unterstreicht nur, welchen Stellenwert seine Karriere insgesamt hatte – und wie bedeutend seine Station in Köln im Rückblick ist. Alles Begann mit der Verkündung des spektakulären Transfers am 22. Juli 1976 – heute vor genau 50 Jahren.
Der originale Zeitungsartikel vom 22. Juli 1976 – zur Verfügung gestellt vom Kölner Stadt-Anzeiger:
