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"Ganz ohne Eishockey geht es nie" - Neuzugang Carlos Händel im Interview

DIENSTAG, 09. JUNI 2026
Carlos Händel im Kraftraum (Foto: Kölner Haie)

Trotz seines jungen Alters hat Neuzugang und Verteidiger Carlos Händel in seiner Karriere bereits einiges erlebt. Mit 15 Jahren zog es ihn nach Schweden, zwei Jahre später ging es für ihn über den Atlantik in den Osten Kanadas. Nun folgt das nächste Kapitel: Deutschland, Köln und der KEC. Wir haben den 19-Jährigen im Haie-Zentrum zum lockeren Gespräch getroffen. Dabei verriet er unter anderem, was ihn die Stationen in Schweden und Kanada gelehrt haben, wo er zuletzt am besten vom Eishockey abschalten konnte und welche Ziele er mit seinem Engagement bei den Haien verfolgt.

Carlos, herzlich willkommen bei den Haien. Wie fühlt sich der Moment gerade für dich an?

„Ich freue mich sehr, dass ich ab sofort Teil des KEC bin. Ich bin nun schon eine Weile in Köln, habe die Gegebenheiten und auch schon die Menschen vor Ort kennengelernt und bin froh, dass nun alles in trockenen Tüchern ist.“

Wie oft hat dein Telefon nach Bekanntgabe des Wechsels schon geklingelt?

„Gar nicht so oft. Vielleicht auch, weil es die meisten in meinem Umfeld schon wussten (lacht). Eigentlich haben nur meine Eltern und ein paar Freunde angerufen. Viel mehr Leute haben geschrieben – über Instagram, Snapchat oder andere Wege.“

Wann hast du zuletzt einen Tag gehabt, an dem du wirklich mal gar nicht an Eishockey gedacht hast?

„Eigentlich denke ich nie gar nicht an Eishockey, weil ich ständig damit konfrontiert bin – und das ist gut so. Am ehesten war das vielleicht neulich im Urlaub mit meiner Freundin auf Kos. Dort konnte ich etwas abschalten, gutes Wetter genießen und einen Tapetenwechsel erleben. Ganz ohne Eishockey geht es aber eigentlich nie.“

Was hat am Ende den Ausschlag gegeben, dass du dich für diesen Schritt hier entschieden hast?

„Ein wichtiger Punkt war die professionelle Art, wie die Haie aufgetreten sind. Mir wurde alles sehr professionell vorgestellt, und auch die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr positiv. Außerdem habe ich im vergangenen Sommer bereits viele Spieler kennengelernt und mich direkt wohlgefühlt – ich habe im Sommer 2025 mittrainiert, weil die Eisfläche zur Verfügung stand und ich mich somit fithalten konnte. Dazu kommen die Stadt Köln, die Fans und die LANXESS arena.“

Du hast in deiner jungen Laufbahn schon viel gesehen. Was war in Schweden und Kanada beispielsweise anders als in Deutschland?

„In Kanada war das Juniorenhockey deutlich professioneller organisiert. In Halifax kamen im Schnitt rund 8.000 Zuschauer zu den Spielen. Es fühlt sich dort fast wie Profisport an. In Schweden hat mich vor allem beeindruckt, wie intensiv trainiert wird. Sowohl in Schweden als auch in Kanada habe ich gemerkt, dass die jungen Spieler sehr viel arbeiten, weil die Konkurrenz vielleicht nochmal ein bisschen anders ist als hier in Deutschland.“

Wenn du auf deine bisherigen Stationen schaust – was hat dich am meisten geprägt, sportlich oder menschlich?

„Menschlich hat mich vor allem der frühe Schritt ins Ausland geprägt. Mit 15 allein nach Schweden zu ziehen und dort auf eigenen Beinen zu stehen, hat mir dabei geholfen, zu reifen. Sportlich baut jede Station auf der vorherigen auf – jedes Team und jede Liga waren wichtige Puzzleteile meiner Entwicklung.“

Wo hast du dich bisher am meisten umstellen müssen – eher in Schweden, in Kanada oder jetzt wieder hier?

„Die größte Umstellung war Kanada. Zum einen wegen der kleineren Eisfläche, zum anderen wegen des Lebensstils. Schweden ist Deutschland kulturell recht ähnlich, da gab es weniger Anpassungsbedarf. Jede Station war aber sehr wichtig und möchte ich nicht missen – auch, weil ich viele nette Menschen kennengerlernt habe.“

Was ist aktuell der Teil in deinem Spiel, mit dem du selbst noch nicht ganz zufrieden bist?

„Ich muss natürlich an allem arbeiten, aber mein größter Entwicklungsbereich ist die Defensive. Ich möchte körperlich stärker werden, mehr Muskeln aufbauen und mich in der eigenen Zone weiter verbessern. Das wird mit Erfahrung und durch das Zusammenspiel mit älteren Spielern kommen.“

Wenn wir in einem Jahr nochmal sprechen: Was wäre dann ein gutes Zeichen dafür, dass die gemeinsamen Pläne aufgegangen sind?

„Ein gutes Zeichen wäre natürlich viel Eiszeit. Gleichzeitig wäre es schön, mit den Haien viele Siege feiern zu können und im Idealfall eine lange Saison zu spielen. Darüber hinaus möchte ich mich sowohl sportlich als auch menschlich weiterentwickeln, meine Schwächen verbessern und meine Stärken weiter ausbauen.“