Zum Inhalt springen

Zwischen Urlaub und Intervallläufen – Jan Luca Sennhenn über Sommertraining und Saisonvorbereitung

FREITAG, 24. JULI 2026
Jan Luca Sennhenn (Mitte) beim Sommertraining mit Athletiktrainer Leon Lilik (rechts). (Foto: Denis Wroblewski)

Nicht nur die Sommerpause, auch die Zeit des Sommertrainings für unsere Haie-Profis neigt sich so langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Doch wie sieht der Sommer eines Haie-Profis eigentlich aus – zwischen Erholung, Training und schweißtreibender Vorbereitung? Wir haben nachgefragt und mit Jan Luca Sennhenn über Urlaub, Intervalleinheiten und die besondere Zeit vor dem Saisonstart gesprochen.

Hallo Jan Luca und danke für deine Zeit. Sag mal, wie war dein Sommer so – eher mehr Training oder mehr Erholung?

„Der Sommer war insgesamt sehr erholsam. Nach dem Saisonende ging es für Bokki (Dominik Bokk, Anm. d. Red.) und mich erst mal zur WM-Vorbereitung mit der Nationalmannschaft. Leider haben wir es beide nicht in den finalen WM-Kader geschafft, so ging es für mich dann anschließend in den Urlaub.
Aber wir haben in Köln mit den Spielern, die vor Ort sind, auch recht früh wieder mit dem Training angefangen, damit man gar nicht erst zu lange draußen ist und fit bleibt.“

Du hast die Erholung schon angesprochen: Wo ging es für dich im Sommer in den Urlaub hin?

„Ich war nach der WM-Vorbereitung eine Woche in der Türkei, dann noch mal mit ein paar Freunden auf Ibiza und am Ende noch eine Woche in Kroatien. Dieses Jahr war es tatsächlich ein bisschen mehr Urlaub als sonst, aber das hat mir richtig gutgetan.“

Wie sah das Sommertraining mit der Gruppe hier in Köln dann grundsätzlich aus?

„Mit unserem Athletiktrainer Leon Lilik hatten wir immer einen Vier-Wochen-Rhythmus: drei Wochen intensives Training, eine Woche „Off-Week“, in der man sich nur leicht fit hält, aber trotzdem irgendwohin fliegen oder nach Hause fahren kann. Das war eine gute Mischung aus Erholung und Arbeit.“

Was waren die Schwerpunkte im Training?

„Im Sommer liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Athletik, also viel Krafttraining und Ausdauer. Da gehört dann natürlich auch dazu, öfter in der Woche laufen zu gehen – Dinge, die am Eishockey vielleicht nicht den größten Spaß machen, aber einfach dazugehören (lacht). Wir hatten außerdem immer wieder andere Sportarten mit drin, zum Beispiel Paddeln. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, da man Koordination und Bewegungsabläufe anders schult und allgemein auch mal etwas Neues ausprobiert.“

Und wer ist in eurer Truppe beim Paddeln vorne mit dabei?

„Ich natürlich (lacht). Nein, im Ernst: Am meisten habe ich diesen Sommer mit Bokki gespielt, der wohl zusammen mit Mo Müller und Yannic Seidenberg – der früher viel Tennis gespielt hat – ganz vorne dabei ist. Viele Jungs haben da eine gute Figur gemacht, doch es gab auch ein paar, die sich mit Ball und Schläger nicht wirklich wohlgefühlt haben, um es freundlich auszudrücken. Das sorgt natürlich auch für einige Lacher.“

Auf dem Eis wart ihr aber auch schon fleißig.

„Das stimmt. Seit rund anderthalb Monaten sind wir wieder regelmäßig mit Thomas Brandl, Yannic Seidenberg und Patrick Strauch (U20) auf dem Eis. Drei Einheiten pro Woche, viel Techniktraining, schon erste Zweikämpfe – da geht es darum, sich in allen Bereichen zu verbessern.“

Du hast schon gesagt, dass du die Läufe im Sommer nicht so magst. Was ist für dich persönlich im Sommer am härtesten – und was macht dafür umso mehr Spaß?

„Am härtesten sind ganz klar die Intervallläufe, bei denen man wirklich ans Limit gehen muss. Wir haben das abgewechselt: Mal waren wir laufen, mal hatten wir ein intensives Fahrradprogramm. Das ist schon echte Quälerei – im Vergleich dazu wirkt das Krafttraining fast wie der angenehmere Teil.
Richtig Spaß machen mir hingegen die ganzen Ballspiele, die wir im Sommer einbauen. Da kommt der Wettkampfgeist durch, man lacht viel, hat richtig Freude, und trotzdem ist es ein gutes Training. Diese Kombination aus Spaß und Leistungsanspruch mag ich sehr.“

Gab es im Sommer bestimmte persönliche Schwerpunkte, an denen du gezielt arbeiten wolltest?

„Ja, definitiv. Allgemein wollte ich an meiner Physis arbeiten, ein bisschen stärker und schwerer werden. Auf dem Eis haben wir dann im Grunde alles abgedeckt: Schießen, Technik, Schlittschuhlaufen. Im Sommer nimmt man sich die Zeit für individuelle Inhalte, für die in der Saison nicht so viel Zeit ist. Während der Saison geht es mehr um Taktik und mannschaftsspezifische Dinge – im Sommer ist es viel individueller.“

Jetzt kommen nach und nach alle Jungs wieder nach Köln. Was ist das für eine Phase, wenn die Mannschaft wieder komplett zusammenkommt?

„Auf der einen Seite ist es natürlich ein bisschen traurig, dass der Sommer schon wieder vorbei ist. Auf der anderen Seite überwiegt aber die Vorfreude, dass es endlich wieder losgeht. Es werden ein paar neue Gesichter dabei sein, die man kennenlernen will, und altbekannte, auf die man sich freut. Am Anfang tauscht man sich viel aus – wer war wo im Urlaub, was hat man im Sommer gemacht. Mit den neuen Trainern kommen zudem frische Impulse in die Vorbereitung. Ich denke, darauf können wir uns alle freuen.“

Zum Abschluss: Wie sehen die nächsten Tage für euch aus – und ab wann spürst du, dass der Sommer endgültig vorbei ist und der Fokus voll auf Saisonstart steht?

„Diese Woche war die letzte gemeinsame Trainingswoche. Nächste Woche wird es etwas lockerer, da die letzte „Off-Week“ des Sommers ansteht. Ganz „off“ ist es aber nicht, denn es stehen viele Testungen für uns alle an.
In der Woche danach beginnt dann endgültig der Übergang in die Saisonvorbereitung. Spätestens da spürt man: Der Sommer ist vorbei – jetzt geht es wieder voll um Eishockey. Und genau darauf freue ich mich.“