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"Vertrauen hat Priorität"- TRICORP Hardest Worker mit Leon Lilik

SAMSTAG, 21. MÄRZ 2026

Seit Sommer diesen Jahres ist Leon Lilik Athletiktrainer der Profis. Für eine neue Folge unserer Rubrik „Hardest Worker“ mit unserem Partner TRICORP haben wir uns mit Leon im Kraftraum des Haie-Zentrum zusammengesetzt und u.a. erfahren, wie er seine Arbeit Tag für Tag angeht, worauf es für ihn ankommt und wie er vom Eishockeyspielen in den Athletikbereich gekommen ist.

Leon, welche drei Attribute sind dir in deiner täglichen Arbeit mit der Mannschaft am wichtigsten?
„Vertrauen hat Priorität. Offenheit und Mentalität sind für mich genauso entscheidend. Ich kann den Jungs vorgeben, was ich möchte – wichtig ist, dass sie mitziehen. Am Ende entscheidet vieles im Kopf.“

Woher nimmst du deine Energie?
„Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß, das ist mein größter Energietreiber. Ich habe mir den Job bewusst ausgesucht und empfinde ihn als großes Glück und Privileg. Dazu kommt, dass ich früher selbst viel Eishockey gespielt habe – ich habe das Gefühl, die Jungs zu verstehen. Ich kann gut einschätzen, wie ich in bestimmten Situationen mit ihnen umgehe. Diese Energie versuche ich weiterzugeben.“

Wann war dir klar, dass du Athletiktrainer werden möchtest – und wie kam es dazu?
„Das hat sich über mehrere Jahre entwickelt. In den Sommermonaten, als ich selbst noch auf dem Eis stand, habe ich mich intensiv mit Athletik, Kraft und Physis beschäftigt. Irgendwann hat mein damaliger Trainer mir vorgeschlagen, diesen Weg weiterzugehen. Als ich mit dem aktiven Spielen aufgehört habe, war der Übergang dann ziemlich fließend.“

Wie genau sah dieser Übergang aus?
„Damals habe ich im Fitnessstudio gearbeitet, bis sich mein ehemaliger Berater gemeldet und gefragthat, ob ich mir vorstellen könne, in der DEL als Athletiktrainer zu arbeiten.“

Und das konntest du.
„Wie so oft im Leben haben die Umstände gepasst – ich bin nach Bremerhaven gegangen. Dort habe ich viel Vertrauen gespürt und schnell gemerkt, dass mir die Arbeit liegt.“

Bis es im Sommer 2025 nach Köln ging. Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag aus, wenn die Jungs nicht spielen?
„Ich habe für jeden Tag Ideen, was sinnvoll ist und was wir machen können – das hängt auch davon ab, was auf dem Eis passiert. Wichtig ist, dass sich alles ergänzt. Meist bin ich etwa zwei Stunden vor der Mannschaft im Haie-Zentrum, bereite alles vor und schreibe die Workouts an. Nach dem Teammeeting geht es in den Kraftraum, wo die Jungs den Plan umsetzen. Wir arbeiten konzentriert, bleiben aber flexibel – jeder Spieler braucht etwas anderes. Nach dem Training wird individuell nachbereitet, je nach Bedarf.“

Welche drei Präventions-Bausteine sind für Profis – aber auch für Fans – am wichtigsten?
„Aktivität, Ernährung und Schlaf. Entscheidend ist die Kombination. Bewegung ist essenziell – egal ob Leistungssport oder Spaziergang. Davon profitieren Körper und Kopf. Ohne passende Ernährung greifen die anderen Maßnahmen nicht. Und ausreichender Schlaf ist die Basis für Regeneration. Es sind die Basics – aber sie wirken.“

Wir befinden uns mitten in den Playoffs. Wie unterscheidet sich deine Arbeit im Sommer, in der Saison und in den Playoffs?
„Im Sommer legen wir die Basis – strukturiert und konsequent. In der Saison steht der Austausch mit den Spielern im Vordergrund. Viele bringen eigene Routinen mit, die wir integrieren oder anpassen. In den Playoffs geht es vor allem darum, dass sich jeder Spieler optimal fühlt – körperlich und mental. Es gibt einen Rahmen, aber das Wohlbefinden steht im Mittelpunkt.“

Wie motivierst du die Jungs, gerade im Sommer, wenn der innere Schweinehund lockt?
„Ich habe selbst gespielt, das schafft Vertrauen. Auf diesem Niveau müssen Spieler sich grundsätzlich selbst antreiben – sonst wird es schwierig. Jüngere brauchen oft mehr Erklärung, sie wollen verstehen, warum sie etwas machen. Erfahrene weniger. Am Ende ist es typabhängig: Manche reagieren auf Humor, andere auf einen klaren Impuls. Das entwickelt sich mit der Zeit.“

Wie sieht deine Heimspiel-Routine aus?
„Ich bin immer zur gleichen Zeit da und folge festen Abläufen. Ich bereite individuelle Getränke vor, stelle Material fürs Warm-up bereit und begleite Teile der Mannschaft beim Aufwärmen. Meine Routine orientiert sich komplett an den Bedürfnissen der Spieler – es geht nicht um mich, sondern um das Team.“

Und wenn es doch mal um dich geht: Was machst du in deiner Freizeit zum Ausgleich?
„Ich fahre sehr gern Motorrad und beschäftige mich viel mit anderen Sportarten – auch mit solchen, zu denen ich früher wenig Bezug hatte. Spätestens seit den Olympischen Spielen verfolge ich vieles intensiver. Sport ist ein ständiger Begleiter, auch durch meine Frau Elena, die Kanutin ist. Es ist wichtig, offen zu bleiben, sich weiterzuentwickeln und neue Impulse mitzunehmen.“

Welche drei Übungen kannst du für den Alltag empfehlen?
„Ein guter Einstieg sind Kniebeugen mit dem eigenen Körpergewicht. Dazu ein Spaziergang in der Mittagspause – Bewegung und frische Luft sind enorm wichtig. Entscheidend ist, etwas zu finden, das man dauerhaft durchzieht. Wer viel sitzt, sollte außerdem gezielt etwas für den Rücken tun.“

Zum Abschluss: Was macht Köln für dich besonders?
„Die Menschen sind entspannt und freundlich. Und jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter: Für Trubel geht’s in die Innenstadt, für einen Kaffee vielleicht nach Sülz. Man findet jeden Tag das Passende – genau wie in meiner Arbeit mit den Jungs. Und das macht mir unheimlich viel Spaß.“