Auf nach Tampere! Am Samstag (16:00 Uhr MESZ) treffen wir in der Champions Hockey League auf Tappara Tampere. Einer, der sich vor Ort besonders gut auskennt ist Veli-Matti Vittasmäki. Unser finnischer Verteidiger hat mehrere Jahre in Tampere gelebt und gespielt. Bevor es für unsere Mannschaft am Samstag auf dem Eis ernst wird, haben wir „Velo“ im Flieger von Salzburg nach Finnland zum persönlichen Reiseführer gemacht. Was würde er an einem freien Tag in Tampere machen, welche Orte gibt es in der Stadt zu entdecken und was kann er kulinarisch empfehlen? Velo nimmt uns mit auf eine Tour durch seine ehemalige Heimat.
Velo, wir sind gerade auf dem Weg nach Tampere. Du kennst die Stadt wahrscheinlich besser als die meisten von uns. Wie würdest du Tampere beschreiben?
Tampere ist für finnische Verhältnisse eine groe Stadt. Im Vergleich zu Deutschland sind die Städte dort natürlich deutlich kleiner, aber für Finnland ist Tampere schon eine gröere Stadt. Sie ist aber auch nicht zu gro und einfach ein schöner Ort zum Leben. Tampere liegt zwischen zwei Seen, Näsijärvi und Pyhäjärvi, bietet daher viel Platz am Wasser und ist sehr grün.
Und was für Menschen leben in Tampere?
Die Menschen dort sind definitiv Eishockey-verrückt, jeder verfolgt den Sport. Im Grunde gibt es nur zwei Teams: Tappara oder den Stadtrivalen Ilves. Entweder du unterstützt das eine oder das andere Team – dazwischen gibt es nicht viel. Eishockey gehört in Tampere einfach zum Leben dazu.
Dann machen wir dich jetzt zu unserem persönlichen Reiseführer. Wenn du für einen Tag mit uns durch Tampere ziehen würdest: Was wären deine drei Stationen?
Als Erstes würde ich euch nach Kaupinoja mitnehmen, einen Ort etwas auerhalb Tapparas. Dort gibt es eine Sauna direkt am See. Wir würden schön saunieren, ein paar Mal ins Wasser springen und danach etwas essen gehen. Da würde ich euch Chicken Wings vorschlagen, die sind in Tampere sehr verbreitet. Und zum Abschluss würde ich euch zur ‚Pyynikin munkkikahvila‘ mitnehmen. Das ist ein Café oben auf einem Hügel, wo es eine schöne Aussicht und richtig gute Donuts gibt. Das wäre dann unser Dessert und ein perfekter Abschluss unseres Tags im Tampere.
Das klingt gut. Was muss man sich als Besucher und vor allem als Eishockey-Fan in der Stadt unbedingt anschauen?
‚Hakametsä‘, der Ort, an dem wir am Samstag auch spielen, ist natürlich etwas Besonderes. Dort steht die älteste Eishockeyhalle Finnlands, es ist also ein geschichtsträchtiger Ort. Wenn man Eishockey-Fan ist und nach Tampere kommt, sollte man sich die Halle anschauen, aber das werden alle Haie-Fans ja wahrscheinlich am Samstag beim Spiel tun.
Mittlerweile gibt es mit der Nokia Arena natürlich auch eine neue, gröere Arena, die ebenfalls ziemlich cool ist. Aber Tampere ist generell eine schöne Stadt. Es gibt viele Statuen, ältere Gebüde und einen schönen Fluss, der durch die Stadt fliet. Und in Tampere gibt es auch einen Dom, auch wenn dieser nicht so gro und schön wie der Kölner Dom ist.
Apropos Essen: Du hast schon Chicken Wings erwähnt. Ist das so etwas wie das typische Essen in Tampere?
Auf jeden Fall, auch wenn das jetzt nicht so typisch finnisch ist. In Tampere, so habe ich es gehört, gab es das erste Restaurant in Finnland, in dem man Chicken Wings bestellen konnte. Von dort aus haben sich die Restaurants in ganz Finnland verbreitet. Aber ich glaube nicht, dass wir die Wings erfunden haben – das war wahrscheinlich irgendwo anders (lacht).
Wo würdest du uns für einen entspannten Nachmittag hinschicken?
Definitiv am Fluss. Entlang des Flusses gibt es viele Cafés und Restaurants. Dort kann man eine schöne Zeit verbringen und entspannen – besonders wenn das Wetter gut ist.
Du kennst Tampere aus deiner Zeit dort natürlich sehr gut. Wenn du selbst noch einmal einen freien Tag in der Stadt verbringen könntest – wie würde der aussehen?
Wahrscheinlich ziemlich ähnlich wie meine Tour für euch (lacht). Vielleicht würde ich mit einem guten Frühstück im Lapland Hotel starten. Das Hotel befindet sich direkt in der Nokia Arena und hat ein ziemlich gutes Frühstück. Danach würde ich nach Kaupinoja fahren, in die Sauna gehen und schwimmen. Anschlieend gäbe es Chicken Wings und zum Abschluss natürlich noch einen Donut.
Jetzt geht es für dich aber nicht als Tourist nach Tampere, sondern mit den Haien zum CHL-Spiel gegen Tappara. Wie fühlt es sich an, an einen Ort zurückzukehren, der für dich lange ein Zuhause war?
Das fühlt sich schön an. Als ich die Auslosung verfolgt habe und es feststand, dass wir nach Tampere kommen, hat das definitiv einige Erinnerungen zurückgebracht. Jetzt wieder hierherzukommen, ist etwas sehr cooles und ich freue mich auf das Spiel.
Dabei werden auch Teile deiner Familie und einige Freunde mit auf der Tribüne sein. Macht das die Rückkehr noch besonderer?
Ja, auf jeden Fall. Meine Heimatstadt ist nicht weit von Tampere entfernt, nur ein paar Stunden mit dem Auto. Deshalb werden einige Freunde und auch meine Familie zum Spiel kommen. Nach dem Spiel habe ich dann hoffentlich auch die Zeit, sie alle zu sehen. Das macht die ganze Reise natürlich sehr besonders.