Reisebericht Düsseldorf

MONTAG, 22. OKTOBER 2001

Endlich war es mal wieder soweit: Die hartgesottenen Haie-Fans konnten endlich das 148. Derby an der Brehmstrasse sehen. Etwa 400 Haie-Fans waren bereit, nach Düsseldorf zu fahren, damit sie auch mal was spenden können. Denn von den Eintrittskarten gehen 2 DM Topzuschläge an den Nachwuchs. Aber auch für die Düsseldorfer Profimannschaft spenden wir – wenn auch ungern. Einige Fans haben vor dem Spiel tagelang ihre Freizeit geopfert, um Plakate zu malen und im Forum wurde diskutiert, welche Lieder kann man am besten singen könnte.


Ich traf um 16 Uhr an der Lentstraße ein, von wo ich mit dem Bus der „Shark Attack“ gefahren bin. Nachdem der Bus endlich mit 30 Minuten Verspätung angekommen war, konnte die Fahrt beginnen. Zuerst führte die Fahrt über die Autobahn von Worringen, wo damals die Schlacht gegen Düsseldorf geführt wurde. Als wir in Düsseldorf ankamen, machten wir eine kleine Stadtrundfahrt. Wir fuhren durch den lange Tunnel, der unter dem gläsernen Gebäude der NRW-Regierung hindurchführt. Weil ich sehr selten in Düsseldorf bin, sah ich zum erstenmal etwas mehr von Düsseldorf. Endlich waren wir an der berühmten Brehmstraße angekommen. Im Bus hat der Organisator Freddi uns erklärt, wo die Gästefans stehen werden. Und er hat uns ein Infoblatt mit einer Notfallnummer gegeben: Wer Probleme hat, kann sich an den Veranstalter Freddi wenden.


Nun war ich am Haupteingang mit einer Tüte mit 6 Kölsch-Dosen. Ins Stadion dürfen maximal 3 Dosen mitgenommen werden, aber die 3 anderen Dosen waren für meine Bekannte. Also gab es am Eingang keine Probleme, nur Taschenkontrolle, sonst nichts. Ich nehme immer Kölsch-Dosen mit nach Düsseldorf mit, damit ich kein Altbier trinken brauche. Als ich einen Stehplatz ganz unten gefunden hatte, traf ich ein paar Düsseldorfer Chatter. Sie lehnten mein Geschenk, eine Kölsch-Dose leider dankend ab. Kaum war die Halle geöffnet, haben die Haie-Fans schon mit der Stimmung angefangen.


Nachdem die Aufwärmtraining beendet war, ging das Licht aus. Und etwas später gab es bei den DEG-Fans ein traumhaftes Wunderkerzen-Meer. Sie könnten die Wunderkerzen auch ruhig 60 Minuten lang anlassen, damit DEG etwas Strom sparen kann. Nachdem die DEG-Spieler einzeln vorgestellt wurde, kamen endlich die Haie-Spieler unter dem Jubel der eigenen Fans. Und die zeigten mehrere Fahnen und Doppelhalter. Sie sahen wirklich gut aus. Leider gab es im Stadion keine Trommeln, da es verboten ist. Frag mich nicht, warum. Ich weiß es auch nicht. Wahrscheinlich liegt in der Nähe vom Stadion einen Altenheim, wo die ältere Leute etwas Ruhe brauchen?


Spaß beiseite. Nun begann das Spiel. Schon nach 16 Sekunden (!) hat der Schiedsrichter Young zum Duschen geschickt, weil er angeblich mit einem hohen Stock gegen einen Düsseldorfer vorgegangen ist. Und nun gab es eine Blutlache auf dem Eis. Nach einer Unterbrechung ging es weiter. Die Halle kochte, das ist man schon gewohnt bei einem Derby. Auch auf dem Eis merkte man, dass die Spieler für ihre Stadt kämpften. Das 1. Drittel blieb torlos. Trotzdem gab es gute Stimmung in beide Fanlagern.


Während des 2. Drittel ging die Stimmung ebenfalls weiter. Bei den DEG-Fans war sie jedoch besser, da es in der 28. Minute das 1-0 für die DEG gab. Aber die Haie-Fans versuchten trotzdem Stimmung zu machen. Leider waren die DEG-Fans ohne Trommeln eine Macht. Und im 3. Drittel machte die DEG noch 1 Tor. Und da feierten die Fans immer wieder mit „steh auf…“ in der Kurve, wo auch ein paar Haie-Fans standen. Zwar hat der KEC zum Schluss ein Tor gemacht, aber leider hat die DEG ebenfalls noch einen Treffer ins leeres Tor geschossen. Und da war es nun endgültig vorbei. Nach dem Spiel feierten die DEG-Fans ihren Sieg.


Einige Kölner Fans haben trotzdem etwas gesungen und dabei ein bengalisches Licht gezündet. Die meisten sind aber enttäuscht nach Hause gegangen. Zuvor gab es eine unschöne Szene im Gästeblock, aber dank der Security wurde es wieder friedlich. Nun fuhr ich mit dem Auto meiner Bekannter heim, weil ich schneller zuhause sein wollte.


Fazit: So ein Mist, daß die Haie ausgerechnet in Düsseldorf verloren haben. Aber sie haben trotzdem super gekämpft. Und das Spiel hatte wirklich einen Derby-Flair. Und…In Düsseldorf habe ich diesmal, anders als beim letzten Mal, keinen Pfennig ausgegeben.