Reisebericht aus Hannover

MONTAG, 22. OKTOBER 2001

Da die Haie zum ersten mal in der Preussag-Arena spielten und ein Tag später ein Feiertag war, fuhren drei Busse ( zwei Busse von den Eishockey­freunden, einer von den Crazy Sharks ) nach Hannover. Ich fuhr dagegen privat mit Peter und 3 anderen Männern mit dem Auto hin. Wir trafen uns um 14 Uhr an der Kölnarena2. Leider kam ich wegen des U-Bahn-Staus (eben typisch KVB) etwas zu spät. Nachdem wir noch schnell auf der Toilette in der KA2 waren, fuhren wir endlich los. Die Fahrt nach Hannover verlief ohne Probleme und Pannen. Dazwischen machten wir noch eine kleine Pause. Als wir in Hannover ankamen fanden wir mit Glück sofort einen Parkplatz gleich neben der Preussag-Arena. Für die meisten Fans war es das erste mal die Preussagarena zu sehen. Ich dagegen war zum zweitenmal hier. Das erste mal erlebte ich beim Deutschlandcup letztes Jahr. Darüber habe ich auch damals in einem Reisebericht geschrieben.

Nachdem wir die Karten abgeholt hatten, ging einer von uns weg, um einen Geldautomaten zu suchen. Ich wartete auf die Chatterin „Schnuffel-5“, die in Hannover wohnt. Aber sie steht 50 % auf Hannover und 50 % auf die Haie. Sie hatte sowohl ein Chatter-Trikot, als auch ein Scorpions-Trikot an. Dafür habe ich ihr ein Kölsch ausgegeben. Darüber hat sie sich sehr gefreut. Als die Arena endlich geöffnet war, gingen wir endlich durch den einzigen Haupteingang hinein. Drinnen gab es mehrere Drehkreuze mit Sicherheitskontrollen. Zwar war die Kontrolle streng, aber zum Glück nicht so streng wie in Berlin. Ohne Probleme durfte ich reingehen. Dann gingen wir zum Gästeblock der Haiefans.

Anmerkung für alle zukünftige Hannover-Fahrer: Alle Gästefans nehmen immer Block U17, Preise 30,- und ermäßigt 15,-.

Dort passten mehrere Sicherheitsleute auf uns auf. Einer von denen hatte die Arme voller Tattoos und war sehr kräftig. Boah. Nachdem ich Bescheid wusste, wo ich beim Spiel sitzen werde, machte ich einen kleinen Rundgang durch das Foyer der Arena. An einer Seite verteilten die Leute Postkarten, mit dem man etwas gewinnen konnte: 6 BMW-Roller für 1 Jahr. Auf der Foyerseite, wo die Hannoveraner ihren Block haben, zeigten die Cheerleader ihre tollen Aktionen. Die meisten Zuschauer waren wohl Männer, die immer neugierig zuguckten. Nachdem ich genug zugeschaut habe, ging ich dann weiter. Und schaute mal kurz nach, wie teuer hier ein Schließfach ist. Der Preis ist immer noch der selbe wie letztes Jahr: Stolze 5 Märker! Naja, gut, daß ich meine Jacke im Auto gelassen habe. Anschließend holte ich eine Pizza. Ich wunderte mich, dass die Pizza so klein, aber unheimlich teuer (5,-) war. Naja, wenigstens schmeckte sie gut: Pizza Thunfisch mit Ananas. Nachdem ich meinen Rundgang beendet hatte, ging ich zurück zu meinen Sitzplatz. Die Fans, die mit dem Bus der Eishockeyfreunde fuhren, sind endlich verspätet angekommen. Und sie sorgten für gute Stimmung. Endlich gab es eine Trommel bei einem Auswärtsspiel. Super! Nachdem das Aufwärmtraining beendet war, ging es mit der Lichtshow los, die auch gut aussah. Und dann wurden die Mannschaften vorgestellt. Über den Verlauf bis zum Spiel brauche ich nicht zu erzählen, weil er überall gleich ist. Auf dem Spielfeld hatte jeder Bullypunkt eine eigene Farbe. Der eine war rot, der andere, gelb usw. Sieht aus wie ein Kinderspielplatz. Naja, die Vereine dürfen die Bullys selbst vermarkten, nachdem damals der Hauptsponsor Krombacher ausgestiegen war.

Nun konnte das Spiel endlich beginnen. Schon bald gab es das 1-0 der Haie. Verner hat irgendwie nicht richtig aufgepaßt, und schon war der Puck im Tor. Und etwas später war der Puck ebenfalls im Tor der Scorpions, was das 2-0 für KEC bedeutete. Plötzlich war Verner stocksauer. Er hat sein Helm und Schläger einfach so geworfen und ist dann in die Kabine gegangen. Dabei beleidigten die Haiefans ihn mit „Peppi, Peppi“ – Rufen. Finde ich ja schade. Und während des Spiels gingen die Haiefans die ganz unten im Block saßen zum oberen Block, damit sie zusammenstehen können, um besser gemeinsam für Stimmung zu sorgen. Dann kam die 1. Pause. Die Haiefans sangen im Foyer gemeinsam, weil sie sich freuten, daß die Haie endlich mal in einem 1. Drittel gut spielten.

Das 2. Drittel begann. Minuten später fielen 2 Tore zum 3-0 und 4-0 für die Haie. Endlich konnten die Fans richtig feiern, weil sie sich nun auf das Schützenfest einstellen konnten. Bei den Scorpions-Fans war es sehr ruhig. Doch nur 20 Sekunden später schoß Hannover das Tor zum 4-1. Hoffentlich blieb es bei nur einem Ehrentreffer. Dann konnten die Hannover-Fans ruhig etwas jubeln. Die Haie-Fans dagegen feuerten die Spieler immer wieder an. Doch es kam ein 4-2 und das hatte die Abwehr der Haie verschlafen. Jetzt mussten die Haie aber besser aufpassen, damit sie den Sieg nicht verspielten. Was für ein Glück, daß die Pause kam. Die Spieler mussten sich ausruhen, und dann besser aufpassen.

Nachdem das 3. Drittel begonnen hatte, gab es sofort das 4-3. Die Arena wachte langsam auf. Und nun sangen die Fans immer wieder „Steh auf…“. Nur wir Kölner blieben sitzen, weil wir ja nicht aus Hannover kommen. Kurz vor Schluß kam der schrecklichste Moment. Hannover machte den 4-4 Ausgleich und erzwang so ein Penaltyschießen. Oh nein, einige gingen schon nach draußen, weil sie dachten, die Haie verlieren sowieso die Penalties. Doch, auf der Welt gibt es auch Wunder wie heute. Pätzold hielt alle Tore. Und die Haie trafen fast alle sicher das Tor. Endlich konnten wir über einen Penaltysieg jubeln. Auch wenn wir „nur“ 2 Punkte holten – und das ist ja bekanntlich besser als gar keinen -, waren trotzdem einige sauer, weil die Haie den Sieg fast verspielt haben.

Nun gingen wir nach draußen, um mit dem Auto heimzufahren. Jedoch regnete es und einige von uns hatten nur ein T-shirt an. Obwohl nachmittags noch die Sonne lachte, regnete es nachts. Verkehrtes Wetter. Nachdem wir die Autobahn erreicht hatten, ging es endlich ab in die Heimat. Unterwegs machten wir noch eine Pause, wo wir durch einen Zufall ein Auto mit einigen Haie-Fans trafen. Nachdem wir Kaffee getrunken hatten, ging es richtig heim.