Köln gewinnt das Derby!

DONNERSTAG, 20. NOVEMBER 2008

McLlwain und Melischko treffen doppelt – Warriner mit fünf Vorlagen


Die Kölner Haie haben das 182. rheinische Derby für sich entschieden. Der KEC schlug Düsseldorf am Donnerstagabend vor 12.954 Fans mit 6:5 nach Verlängerung.


Was für ein Drehbuch?! Was für eine Dramatik?! Was für ein Jubel?! Die 182. Auflage des ewig jungen Duells der beiden Eishockey-Hochburgen ließ kaum einen Wunsch offen: Elf Tore, wechselnde Führungen, Aufholjagd auf beiden Seiten, unzählige Torchancen und am Ende ein Sieg für die Heimmannschaft. Die DEG musste sich nach einem mitreißenden Spiel mit einem Punkt zufrieden geben, was einen enttäuschten Gästecoach Harold Kreis hinterließ: „Ich kann es kaum in Worte fassen, wie wir dieses Spiel noch aus der Hand gegeben haben.“ Umso glücklicher war Haie-Trainer Clayton Beddoes, dessen Team bis sieben Minuten vor Schluss noch mit 3:5 hinten lag: „Ein Comeback gegen eine so starke Mannschaft wie Düsseldorf zu schaffen, spricht für unser Team und den Charakter der Spieler. Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft.“


Schon in den ersten Minuten des Spiels ließen die Rivalen keinen Zweifel aufkommen, dass sie ihr Heil bei diesem Derby in der Offensive suchen wollen. In der vierten Minute fälschte DEG-Kapitän Kreutzer einen Tutschek-Pass gekonnt ins Kölner Tor ab. Doch Melischko, der an diesem Abend auf vier Scorerpunkte kam, gelang der prompte Ausgleich (5.). Anschließend konnten die Torhüter ihr Können beweisen: Düsseldorfs Storr rettete gegen Pratt (13.), Marcel Müller (14.) und Melischko (16.), als der DEG-Keeper schon geschlagen war, brachte „Geburtstagskind“ Piros (Er wurde am Donnerstag 30) den Puck nicht im leeren Tor unter (16.). Gegen die ebenfalls sehr torgefährliche DEG musste Haie-Keeper Doyle u.a. gegen Reid retten (15.).


Mit einem Powerplay für den KEC begann das zweite Drittel, doch statt eigener Chancen, schrammten die Haie binnen 60 Sekunden zwei Mal knapp am Rückstand vorbei. Tutschek und Hedlund scheiterten aber jeweils am herausragenden Doyle (25. und 26.). Ein gekonnter Körpereinsatz Melischkos an der Bande leitete schließlich die Kölner Führung ein. Der daraus resultierende Scheibengewinn im DEG-Drittel brachte Warriner in Schussposition. Sein Versuch wurde noch geblockt, aber McLlwain nutzte den Abpraller zum 2:1 (34.). Ohne Umwege gelang das 3:1: Die Scheibe kullerte Flaake vor die Kelle. Der zögerte keine Sekunde und drosch den Puck unter die Latte (36.). Das Drittel neigte sich dem Ende und schien einen zufriedenstellenden Ausgang für den KEC zu nehmen. Doch weit gefehlt: Per Doppelschlag biss sich die DEG zurück: Ramsay aus dem Gewühl (38.) und Joseph aus kurzer Distanz (39.) egalisierten die Partie kurz vor der Sirene.


Dann schien den Haien das Spiel aus den Händen zu gleiten: Reid (43.) und Ramsay (49.) schossen die flinken Düsseldorfer mit 5:3 in Führung. Der KEC steuerte auf eine Derby-Pleite zu, kam aber umso beeindruckender zurück. Gezündet wurde die Aufholjagd durch Gogulla, der durch ein beherztes Solo die DEG zu einem Foulspiel zwang. Das fällige Überzahlspiel nutzte Julien mit einem seiner bewährten Schlagschüsse zum 4:5 (53.). Die Haie rannten an und erzwangen das nächste Powerplay – diesmal durch Marcel Müller. Und auch diesmal funktionierte die Überzahl-Formation: Melischko erlöste die Haie-Fans mit dem Treffer zum 5:5 (58.). Die Verlängerung musste die Entscheidung bringen.


In den ersten Sekunden der Overtime war der Gast dem Siegtor näher, doch ein starker Antritt Warriners, der fünf (!) Torvorlagen beisteuerte, brachte McLlwain in Schussposition. Der KEC-Kapitän ließ Storr keine Chance und verwandelte die LANXESS arena in ein „Tollhaus“ (64.).


Am Sonntag spielen die Haie in Krefeld (18.30 Uhr, live auf Premiere, Übertragung in der Haie-Sportsbar).