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Knappe 2:3-Niederlage nach Verlängerung in Nürnberg

FREITAG, 20. DEZEMBER 2024
Alexandre Grenier und die Haie müssen sich den Nürnberg Ice Tigers mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben (Fotos: City-Press GmbH)

Wir verlieren unser Auswärtsspiel bei den Nürnberg Ice Tigers in der Verlängerung mit 2:3. Vor 5.819 Zuschauern liegen wir bis zwei Minuten vor Ende der Partie mit 2:1 vorne, ehe die Gastgeber, die zum siebten Mal in Folge (!) nach 60 Minuten Unentschieden spielen, zum verdienten Ausgleich kommen. In der Verlängerung haben die Ice Tigers durch PENNY DEL-Top-Scorer Evan Barratt das letzte Wort (63.). Wir treten die Heimreise nach Köln mit einem Punkt an und haben hier den Spielbericht für euch.

Wenige Sekunden waren in der NÜRNBERGER VERSICHERUNGEN Arena gespielt, da kamen die formstarken Gastgeber gleich zum ersten Hochkaräter – und gaben damit auch gleich den Takt eines intensiven und offensiven ersten Drittels vor. NIT-Verteidiger Owen Headrick kam durch einen Pass von hinter dem Tor relativ frei und zentral zum Schuss, den unser Goalie Mirko Pantkowski im Nachfassen stark sichern konnte.

Die beste von vielen Haie-Chancen in ausgeglichenen ersten zehn Minuten hatte Parker Tuomie, der von Kevin Niedenz im Slot stark eingesetzt wurde, von links aber knapp verzog (6.). Kurze Zeit später gingen die Gastgeber in Führung. Lukas Ribarik zog gewaltig von der blauen Linie ab, Pantkowski sah den Puck spät und konnte nur abprallen lassen – Kechter, der den Angriff eingeleitet hatte, war Nutznießer und traf im Slot ins leere Tor (7.).

Wir schüttelten uns kurz und kamen trotz des Gegentreffers immer besser ins Spiel, die Belohnung folgte durch den Ausgleich! Adam Almquist wurde von Parker Tuomie und Josh Currie eingesetzt, behielt mit der Scheibe an der Kelle die Ruhe und wartete an der blauen Linie auf die freie Schussbahn. Die sah er dann nach wenigen Momenten, zog ab und traf sehenswert in den Winkel (11.). Apropos sehenswert – acht Minuten später konnten wir uns die Führung erspielen und dabei ein wunderschönes Tor erzielen.

Louis-Marc Aubry, Frederik Storm und Maximilian Kammerer spielten mehrere Kurzpässe ganz stark durch die Nürnberger Zone, sodass die Ice Tigers keinen Zugriff auf die Scheibe bekamen. Am Ende tauchten Storm und Aubry frei vor Leon Hungerecker im Nürnberger Tor auf, spielten sich einen Doppelpass zu, sodass Aubry nur noch ins leere Gehäuse einzuschießen brauchte, 2:1 (19.) – ein Traumtreffer! Mit der verdienten 2:1-Führung ging es in die erste Drittelpause.

Wir nahmen den Schwung aus dem ersten Drittel zunächst auch mit in die zweiten zwanzig Minuten und konnten uns in der Anfangphase des Mittelabschnitts mehrere gute Chancen erspielen – Parker Tuomie und Josh Currie fuhren nach einem Pass Maximilian Glötzls über die Bande in einem Zwei-auf-Null Richtung Hungerecker. Unsere Nummer 62 entschied sich für den Schuss, den der NIT-Goalie stark parierte (23.). Auch in der 26. Minute stand Tuomie im Mittelpunkt, als er mit seinem Schuss an Hungerecker scheiterte.

Es sollte vorerst die letzte nennenswerte Offensivaktion unserer Jungs sein, denn die Hausherren nahmen fortan das Zepter in die Hand. Die Ice Tigers kamen durch ihr schnelles Umschaltspiel immer wieder schnörkellos in unsere Zone, wo sie die Scheiben Richtung Tor brachten. Pantkowski blieb in den zwanzig Minuten allerdings ohne Gegentor und behielt in allen Duellen die Oberhand.

Die beste Chance zum Ausgleich hatte PENNY DEL-Topscorer Evan Barratt in der 36. Minute. Nach einem ganz starken Pass seines Teamkollegen Jeremy McKenna kam der Kanadier am zweiten Pfosten frei zum Schuss, setzte die Scheibe aber hauchzart neben unseren Kasten. Da auch Charlie Gerard nach feiner Einzelleistung am stark reagierenden Pantkowski scheiterte (38.) und wir die ersten Sekunden des ersten Unterzahlspiels der eng geführten Partie überstanden (Aubry musste nach Halten auf die Strafbank), ging es mit der knappen 2:1-Führung in die zweite Drittelpause dieses Abends.

Im Schlussdrittel zwangen uns die Nürnberger mehr und mehr ihr Spiel auf, doch bis kurz vor Schluss konnten wir sämtliche Versuche der Hausherren halten, blocken oder entschärfen. Und beinahe hätten wir kurz vor Schluss durch Juhani Tyrväinen den wohl berühmten „Deckel“ auf die Partie gemacht, doch den Schuss des Finnen, der von Grenier stark freigespielt wurde, konnte Nürnbergs Torwart Hungerecker auf spektakuläre Art entschärfen (57.)

Zwei Minuten später sollte sich dies dann rächen – die Nürnberger kamen zum nicht unverdienten Ausgleich. Nach einem Schuss Headricks aus der Distanz lag der Rebound frei im Slot, William Graber handelte am schnellsten und brachte den Puck zum 2:2-Ausgleich im Tor unter (59.). Der Treffer hatte auch nach Studium der Videobilder Bestand, weswegen es mit dem 2:2 in die Overtime ging.

Dort hatte Josh Currie die beste Chance für uns (62.), doch im Eins gegen Eins-Duell mit dem Ice Tigers-Torwart war unser Kanadier leider nur zweiter Sieger. Kurze Zeit später sah Nürnbergs Barratt nach einem Scheibenverlust von uns in der Nürnberger Zone jede Menge freie Eisfläche vor sich und fuhr Richtung Pantkowski. Vor dem Tor blieb der Ice Tiger cool und verwandelte zum 3:2-Siegtreffer (63.).

Daher treten wir die Heimreise nach Köln leider nur mit einem Punkt an – bereits am Sonntag (22. Dezember) haben wir im letzten Heimspiel vor Weihnachten die Chance auf weitere Punkte. Dann empfangen wir in der LANXESS arena die Straubing Tigers. Puckdrop ist um 19:15 Uhr.

TORE

1:0 Roman Kechter (Ribarik, Weber) 7. Minute; 1:1 Adam Almquist (Tuomie, Currie) 11. Minute; 1:2 Louis-Marc Aubry (Storm, Kammerer) 19. Minute; 2:2 William Graber (Headrick, Maier) 59. Minute; 3:2 Evan Barratt

FAKTEN

  • Für die Nürnberger war es die siebte (!) Partie in Folge, die nicht in regulärer Spielzeit endete

  • Beide Teams verzeichneten jeweils 54 Schüsse, von denen 31 aufs Tor gingen

  • Louis-Marc Aubry und Veli-Matti Vittasmäki hatten mit 29 Shifhts die meisten aller Haie-Akteure

  • In den vergangenen elf Auswärtspartien holten wir neunmal Punkte

  • Beide Teams konnten jeweils 31 Bullys für sich entscheiden

STIMMEN

Der Abend heute hat wieder bewiesen, dass Eishockey ein Sport ist, der vom Momentum lebt. Wir sind sehr gut in die Partie gekommen, hatten trotz des Rückstands gute Antworten und die verdiente Führung nach dem ersten Drittel. Im zweiten Drittel ist Nürnberg stark aufgekommen und war sehr aggressiv. Das dritte Drittel war relativ ausgeglichen – ich glaube, dass es am Ende gerecht ist, dass wir einen Punkt mitnehmen und Nürnberg zwei.

KARI JALONEN

Ich fand, dass es im ersten Drittel ein gutes Spiel von uns war, im zweiten Drittel war es nicht gut. Wir hatten viele Turnovers, sind nicht gut Schlittschuh gelaufen und haben viele falsche Entscheidungen getroffen, das war dann am Ende nicht gut genug heute. Wir müssen über 60 Minuten konstant gut spielen, aktuell haben wir zu viele Schwingungen nach oben und unten.

FREDERIK STORM