Ein Punkt gegen Wolfsburg

DIENSTAG, 27. JANUAR 2015
Die Kölner Haie müssen sich den Grizzly Adams nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung mit 1:2 in der Overtime geschlagen geben
Am Ende kochten die Emotionen hoch. Als Wolfsburgs Sebastian Furchner in der zweiten Minute der Overtime alleine vor Haie-Keeper Danny aus den Birken auftauchte und den Puck im Nachsetzen ins Tor beförderte blickten sich die Haie-Profis auf dem Eis ungläubig an. Furchners Alleingang resultierte aus einer klaren Abseitsstellung heraus – eine Situation, die das Schiedsrichtergespann weiterlaufen lies und schließlich den aus Sicht des KEC bitteren Endstand einer über weite Strecken ausgeglichenen und von Taktik geprägten Partie herstellte. 
„Die Schiedsrichter haben die Abseitsstellung nicht gesehen. Aber Fehler passieren leider, auch wenn das Zustandekommen des Ergebnisses uns so sehr weh tut“, erklärte KEC-Coach Niklas Sundblad nach dem Spiel. 
In den 60 Minuten zuvor konzentrierten sich beide Mannschaften hauptsächlich darauf, in der Defensive sicher zu stehen. Große Torchancen blieben im ersten Durchgang daher Mangelware. Auf Seiten der Gäste hatten Matt Dzieduszycki mit einem Schuss von der rechten Seite (7.), Tim Hambly von der blauen Linie (10.) und Alexander Polaczek, der kurz vor dem Tor noch entscheidend von Torsten Ankert gestört wurde (15.) noch die besten Möglichkeiten. Auf Seiten der Haie versuchte es Chris Minard zunächst aus kurzer Distanz (11.) und dann aus dem Slot (19.), scheiterte aber jeweils an Wolfsburgs Goalie Felix Brückmann.
Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Drittel. „Safety first“ war weiterhin die Marschrichtung. Gefährlich wurde es für die Grizzly Adams während einer halbminütigen doppelten Unterzahl (27.), nutzen konnte der KEC das Powerplay jedoch nicht. Zuvor traf Sebastian Furchner für die Gäste nur den Pfosten (23.) – die besten Gelegenheiten im Mittelabschnitt.
Zu Beginn des Schlussdrittels kam Wolfsburg dann etwas besser aus der Kabine. Gerrit Fauser mit einem Schlagschuss (41.), Christoph Höhenleitner (46.) und Tim Hambly (47.) bekamen die Scheibe noch nicht an aus den Birken vorbei. In Führung schoss die Gäste schließlich Norm Milley mit einem Schuss unter die Latte (48.). Die Haie suchten im Anschluss nach der Antwort. Alex Weiß versuchte es in der 50. Minute aus kurzer Distanz, der Puck ging jedoch knapp über das Tor. In der 54. Minute schallte dann der Jubel der 8.765 Fans durch die Arena: Ryan Jones nahm Tempo auf, umkurvte das Wolfsburger Tor, legte auf Daniel Tjärnqvist ab, der Brückmann mit einem Direktschuss tunnelte – 1:1! Weitere Tore fielen in der regulären Spielzeit nicht mehr und es ging in die Verlängerung …
„Es war ein enges Spiel mit zwei defensiv sehr gut eingestellten Mannschaften“, analysierte Sundblad. „Nach dem 0:1 hatten wir es schwer, haben uns aber zurückgekämpft und am Ende verdient einen Punkt mitgenommen auch wenn ich mit der Gesamtleistung heute nicht zufrieden bin.“ Haie-Kapitän John Tripp blickte nach dem bitteren Ende der Partie schnell wieder nach vorne: „Es ist zwar schade, dass das Spiel so enden musste aber das ist jetzt schon vergessen. Am Sonntag steht das nächste wichtige Spiel an. Darauf konzentrieren wir uns jetzt!“
Weiter geht es für die Kölner Haie in der DEL am kommenden Sonntag (01.02.2015, LANXESS arena) mit dem letzten Hauptrunden-Derby gegen die Düsseldorfer EG. Spielbeginn ist um 14:30 Uhr.
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Foto: ISPFD