Seit über 30 Jahren kümmert sich Michael „Knete“ Schulten um die Gesundheit unserer Profis – im Training, bei Verletzungen und auf dem Eis. Zwischen 2003 und 2009 führte ihn sein Weg sogar an den Bosporus, wo er für den türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul (Fuball) arbeitete. Heute leitet der 56-Jährige seine eigene Physiotherapie-Praxis am Stadtwald und sorgt dafür, dass die Spieler schnell wieder fit werden. Nebenbei pflegt er eine ungewöhnliche Leidenschaft: Jährlich besucht er 30 bis 40 Konzerte – von groen Arenen bis zu winzigen Clubs, immer auf der Suche nach authentischer Live-Musik. Wir wollen zusammen mit unserem Partner TRICORP die Saison über in der Rubrik „Hardest Worker“ immer wieder das Team hinter dem Team vorstellen und die Leute vorstellen, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Den Anfang macht Michael „Knete“ Schulten. In unserem Gespräch erzählt „Knete“, wie er den Spagat zwischen Profi-Sport, Praxisalltag und Privatleben meistert – und warum er Eishockey bis heute mehr liebt als vieles andere.

„Knete“, beschreibe doch bitte zunächst deine Aufgaben hier bei uns.
„Die Aufgaben sind relativ breit gefächert – angefangen bei der Verletzungsbetreuung der Spieler, die in der Regel zunächst mit einer Diagnose beginnt und dann entsprechend an die Ärzteteams delegiert wird. Dabei gibt es natürlich die unterschiedlichsten Bereiche, die wir konsultieren. An erster Stelle kommen natürlich unsere Vereinsärzte aus Orthopädie und Allgemeinmedizin.“
Also gibt es neben dem festen Ärzteteam auch noch Externe, die kontaktiert werden?
„Genau. Es geht immer darum, was in den individuellen Fällen gebraucht wird. Das reicht von Kernspintomographie über Blutabnahmen bis hin zum Ultraschall. Auch Augenärzte, Zahnärzte, Dermatologen oder Kardiologen werden hinzugezogen.“
Für die Kinder und Frauen unserer Profis?
„Genau. Das ist ganz wichtig. Das sind Partner an unserer Seite, die wir kontaktieren können und worüber wir sehr froh sind, wenn sie bereitstehen und uns in den meisten Fällen kurzfristig helfen können. Auch Frauenärzte gehören zum Netzwerk – wenn die Haie-Familie Nachwuchs bekommt, ist es wichtig, die Partnerinnen unserer Spieler im Bereich gynäkologischer Fragen bestmöglich zu unterstützen. Wie ihr seht: Das Portfolio geht weit über die Betreuung hier vor Ort hinaus.“
Gleichzeitig habt ihr hier in der KA2 ja auch alle Hände voll zu tun.
„Wenn die Spieler nach ihrer Diagnostik zurückkommen, geht es um die entsprechende Therapie, die wir hier vor Ort im Trainingszentrum durchführen können. Bei längeren Ausfallzeiten sind sie auch in unserer Praxis. Wichtig für die Spieler ist, dass sie nach der Erstrehazeit möglichst schnell wieder in die Mannschaftsstruktur integriert werden. Dabei gilt natürlich: Die fitten Jungs gehen im Zweifel vor und werden zuerst behandelt.“
Und all diese Prozesse finden immer in enger Absprache mit der sportlichen Abteilung statt?
„Ganz wichtiger Ansprechpartner ist natürlich der Trainer und sein Team – der Trainer muss immer über alles Bescheid wissen, und ich muss alle Fragen beantworten können: ‚Wer ist fit, wer sollte geschont werden, wann kann jemand wieder ins Training einsteigen?‘ Auf solche Fragen muss ich vorbereitet sein.“
Neben deinen festen Zeiten hier bei uns hast du auch noch eine Physio-Praxis am Stadtwald. Kriegt man das alles unter einen Hut?
„Die Praxis fokussiert sich auf Physio- und Trainingstherapie sowie Osteopathie. Das mache ich glücklicherweise zusammen mit meiner Frau und meinem Sohn, der neben seinem Bachelor noch sein Masterstudium im Bereich Osteopathie macht und unseren hochqualifizierten Mitarbeitern. Mein Sohn betreut teilweise auch die Spieler bei osteopathischen Anliegen. Der Vorteil der guten Abläufe ist, dass wir schnell kausale Zusammenhänge herstellen und daher besser an Präventivmanahmen herangehen können.“
Wie würdest du den Anteil von Arbeit bei den Haien zur Arbeitszeit in der Praxis beschreiben?
„In der Regel bin ich täglich von circa 8 bis 14 Uhr hier. Danach arbeite ich bis abends noch in der Praxis. Das hängt stark von den Spieltagen ab – an Spieltagen ist der Fokus klar auf dem KEC. Die Auswärtstouren der Haie beanspruchen natürlich auch viel Zeit.“
Was macht den KEC aus, den du jetzt ja schon seit Jahrzehnten kennst?
„Die Saison 1987/1988 war meine erste beim KEC. 1972 hat mich mein Vater erstmals mit zu den Haien genommen, damals als kleiner Fan. Von diesem Moment an war ich ‚infiziert‘. Ich bin viel auswärts gefahren und habe Eishockey lieben gelernt. Wer so lange dabei ist, muss eine Liebe zum Eishockey haben. Ich arbeite gern mit dieser Sorte Mensch – den Eishockeyspielern.“
Deine erste Saison hier war gleich etwas Besonderes, oder?
„Wir wurden direkt deutscher Meister. Ich war 1988 beim Endspiel in Rosenheim dabei. Während meiner Ausbildung habe ich in einer Kneipe gearbeitet – insgesamt acht bis zehn Jahre, auch während des Studiums. Ein gewisser Rolf war Gast in dieser Kneipe. Eine gemeinsame Freundin, mit der ich immer zum KEC gegangen bin, wusste, dass Rolf der Mannschaftsphysiotherapeut war. Sie stellte uns vor und meinte: ‚Ey, ihr seid doch vom selben Verein – warum kennt ihr euch nicht?‘ Drei Monate später waren wir schon ein Team. Rolf nahm mich zu all den Haie-Manahmen mit und unser damaliger Trainer Hardy Nilsson fand das super. Kurze Zeit später haben Rolf und ich schon unsere erste gemeinsame Praxis in Köln eröffnet. Beim Endspiel in München bekam ich plötzlich ein Ticket mit der Aufschrift ‚Herr Knete‘ – so entstand wohl der Spitzname.“
Zwischen 2003 und 2009 warst du in der Türkei und hast zusammen mit Christoph Daum bei Fenerbahce Istanbul gearbeitet. Welche Erinnerungen hast du daran?
„Jeder Auslandsaufenthalt war spannend, aber Istanbul war etwas Besonderes. Unsere Kinder waren klein, was uns ein unbeschwertes Leben dort ermöglichte. Mein Sohn und meine Tochter gingen in einen deutsch-türkischen Kindergarten. Obwohl die Kinder dort überwiegend türkisch sprachen, hielten viele Familien am Deutschen fest. Für mich bedeutete das, dass ich Türkisch selbst lernen musste – neben der Arbeit, mit einem Langenscheidt. Beruflich war es extrem aufregend: Wir wurden sofort Meister, waren viel in der Champions League unterwegs und spielten in legendären Stadien – Manchester, Liverpool, Mailand. Ein Highlight war ein Spiel auf den Färöer-Inseln: Kaum Einwohner, aber 1.000 türkische Fans am Flughafen empfingen uns mit Fahnen.“
Klingt spannend.
„Anfangs war es nicht leicht. Viele fragten sich, warum Christoph Daum einen deutschen Physiotherapeuten mitbrachte. Aber Daum stellte klar, dass er mir vertraut und jemanden braucht, der direkt funktioniert. Dass ich überhaupt dorthin kam, verdanke ich einem türkischen Freund, der uns zusammenbrachte. Und das gröte Glück: meine Frau. Wir hatten nur eine Nacht Bedenkzeit – unser Sohn war erst ein Jahr alt – doch am nächsten Morgen sagte sie einfach: ‚Wir machen das.‘ Fachlich war der Job anders als im Eishockey: weniger Schulter- und Kopfverletzungen und allgemeine Traumata, dafür viele Fu-, Knie- und Sprunggelenksprobleme. Der gröte Unterschied waren die Menschen. Im Eishockey ist alles etwas bodenständiger; im Fuball herrscht oft mehr Geld, Glamour und Distanz. Trotzdem habe ich dort ebenfalls tolle Menschen kennengelernt. Prinzipiell bleibe ich aber dabei: Eishockey fühlt sich näher an.“
Kannst du selbst Eishockey spielen?
„Ich habe einmal an einem Probetraining teilgenommen, danach sah ich so übel aus, dass ich es sein lie. Schlittschuhlaufen konnte ich einigermaen, aber das war’s – abseits des Eises fühle ich mich sicherer (lacht).“
Lass uns zum Abschluss auf dich als Privatmensch schauen. Was machst du, wenn du nicht arbeitest?
„Mein grötes Hobby ist Musik – besonders Rock und Bluesrock, gern auch härter. Ich gehe oft auf Konzerte, meist mit meinem Sohn, der selbst Musiker ist. Das verbindet uns sehr. Ein Konzert bleibt mir besonders in Erinnerung: Bruce Springsteen 2012 im RheinEnergieSTADION. Durch einen glücklichen Zufall hatte ich ein ‚All-Access‘-Bändchen. Wir konnten überall hin – Backstage, hinter die Bühne, praktisch auf dem gesamten Gelände. Ich hätte Springsteen sogar in seiner Umkleide treffen können, habe es aber verpasst, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Die Crew war ziemlich verdutzt – offenbar hatten sie noch nie Promoter gesehen, die so aussahen wie wir. Trotzdem war es ein fantastisches Erlebnis.“
Steht noch etwas auf deiner Wunschliste?
„Ich habe unglaublich viele Konzerte erlebt. Ein Highlight war ein nächtliches Open-Air-Konzert von Prince in Valencia: Beginn gegen Mitternacht, Ende im Morgengrauen. Auch Dire Straits in Barcelona war ein ähnliches Erlebnis. Insgesamt gehe ich etwa 30–35-mal im Jahr auf Konzerte – fast jede zweite Woche. Groe Locations wie die LANXESS Arena, das Palladium oder Open-Air-Shows gehören dazu, aber am meisten liebe ich die kleineren Bühnen: Harmonie in Bonn, die Kantine oder das Luxor in Köln. Dort stehen die Bands nur wenige Meter entfernt, man sieht jede Mimik – das ist für mich echte Musik. Ich habe viele groe Acts gesehen: Springsteen mehrfach, Queen noch mit Freddie Mercury im Müngersdorfer Stadion, AC/DC, Foo Fighters, Rolling Stones. Am meisten berühren mich jedoch kleine, bodenständige Bands, die vor 150 Leuten alles geben. Vor ein paar Wochen war ich bei ‚King King‘ aus Glasgow – groartige Typen, dreckiger Rock, pure Energie. Genau diese Authentizität liebe ich – und vielleicht ist es genau das, was mich seit Jahrzehnten beim Eishockey hält.“
ÜBER TRICORP
TRICORP ist eine europäische Marke für Arbeitskleidung. TRICORP arbeitet jeden Tag als ein Team zusammen, um die beste und nachhaltigste Arbeitskleidung für jeden Beruf zu entwickeln und zu liefern. In 30 Jahren hat TRICORP ein Händlernetz von über 1.500 Händlern aufgebaut und ist in 18 Ländern tätig.
TRICORP glaubt daran, dass es wichtig ist, dass Arbeitskleidung sicher, hochwertig und funktionell ist, aber vor allem, dass sie bequem zu tragen, modisch und langlebig ist. Um wirklich jeden Profi einzukleiden, bietet unser Partner eine breite Gröenpalette von XS bis 8XL an. Mit einem eigenen Lagerbestand von über 10.000 Artikeln und einer Liefergeschwindigkeit von 2-3 Tagen, ist das niederländische Unternehmen äuerst flexibel und kundenorientiert. Neben Lagerartikeln hat sich TRICORP auch auf Maanfertigungen spezialisiert, die es ermöglichen, die spezifischen Anforderungen der Endkunden zu erfüllen.