Drei Spiele sind in der diesjährigen Champions Hockey League bereits gespielt, acht Punkte sind auf unserer Habenseite. Zum vierten Spiel der Vorrunde empfangen wir den traditionsträchtigen KAC Klagenfurt aus Österreich, den wir in einem kleinen Portrait vorstellen.
Ab nach Krefeld
Das Spiel gegen den KAC Klagenfurt findet in der Krefelder YAYLA ARENA statt. Aufgrund bereits bestehender Terminbelegungen in der LANXESS arena kann die zweite CHL-Partie binnen zweier Tage nicht im Haifischbecken stattfinden. Die Haie danken dem Team der Seidenweberhaus GmbH (YAYLA ARENA) und den Krefeld Pinguinen für die sehr gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Spiels sowie für die spürbare nachbarschaftliche Unterstützung. Hier haben wir nochmal alle organisatorischen Infos für unser Spiel in Krefeld zusammengefasst.
KAC KLAGENFURT – ODER AUCH: DIE ROTJACKEN
Der Begriff „Die Rotjacken“ leitet sich direkt von den traditionellen roten Heimtrikots ab, in denen die Eishockey-Mannschaft seit Jahrzehnten aufläuft. Der Verein, dessen voller Name Eishockey-Club des Klagenfurter Athletiksport-Clubs heit, wurde 1909 gegründet, viele Jahre später wurde dann auch das erste Mal Eishockey gespielt (1923).
Die wichtigsten Fakten
- Gründung: 1909, seit 1923 wird Eishockey gespielt
- Österreichischer Meister: 32-mal –1934, 1935, 1952, 1955, 1960, 1964, 1965, 1966, 1967, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1976, 1977, 1979, 1980, 1985, 1986, 1987, 1988, 1991, 2000, 2001, 2004, 2009, 2013, 2019 und 2021
- CHL-Teilnahmen: sechsmal: 2015/16, 2017/18, 2019/20, 2021/22, 2024/25, 2025/26
- Beste CHL-Saison: 2021/22: Qualifikation fürs Sechzehntelfinale
Österreichs Rekordmeister
Unglaubliche 32 nationale Titel konnten die Klagenfurter in ihrer langen Geschichte bereits einstreichen. Die letzte Meisterschaft des Teams aus dem Bundesland Kärnten datiert aus der Saison 2020/2021 und liegt damit einige Jahre zurück. Besonders in den Jahren 60ern, 70ern und 80ern waren die Rotjacken das dominierende Team in unserem Nachbarland mit 20 Titeln in 29 Jahren (von 1960 bis 1988).
Durchwachsener Start in der aktuellen CHL-Saison
Für den KAC verlief der Start in die neue CHL-Saison bislang mit Licht und Schatten. Gleich zum Auftakt gelang den Klagenfurtern ein Erfolg gegen den französischen Meister Bordeaux, den die Rotjacken mit 2:1 nach Verlängerung bezwangen. Anschlieend blieb die Mannschaft gegen Fribourg-Gottéron zwar lange auf Augenhöhe, musste sich dem Schweizer Meister am Ende aber mit 1:3 geschlagen geben. Kurios: Innerhalb von gerade einmal 67 Sekunden kassierte der KAC drei Treffer – allesamt in Unterzahl. Auch im dritten CHL-Spiel blieb den Klagenfurtern ein weiterer Punktgewinn verwehrt. Bei Storhamar aus Norwegen setzte es für die Rotjacken eine knappe 1:2-Niederlage.
Gemeinsamkeiten beider Vereine
Viel öfter als auf dem Eis begegneten sich beide Vereine bislang über gemeinsame Spieler und Trainer. Das einzige direkte Duell liegt bereits einige Jahre zurück: Beim Vinschgau Cup 2018 in Südtirol setzten wir uns nach frühem Rückstand mit 3:1 durch.
Neun Spieler trugen im Laufe ihrer Karriere beide Trikots. Besonders eng mit den Haien verbunden sind Fredrik Eriksson (168 DEL-Spiele), Rok Tičar und Andrew Verner, die später auch in Klagenfurt aktiv waren. Eine besondere Geschichte verbindet auch KAC-Co-Trainer Christoph Brandner mit den Haien: 2003 erzielte er im Finale für Krefeld ausgerechnet in der LANXESS arena das entscheidende Tor – obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag bei uns für die folgende Saison unterschrieben hatte. Zum Wechsel kam es jedoch nicht, da Brandner nach Nordamerika zu den Minnesota Wild (NHL) wechselte.
Auch hinter der Bande gibt es eine gemeinsame Geschichte: Kevin Primeau und Doug Mason waren sowohl in Köln als auch in Klagenfurt als Head Coaches tätig.
„MITTLERWEILE SIND DARAUS VIELE ENGE FREUNDSCHAFTEN ENTSTANDEN“
Seit über 40 Jahren drückt Franz Puff „seinem“ KAC die Daumen. Und der mittlerweile 48-Jährige, der die Liebe zum KAC quasi in die Wiege gelegt bekommen hat, tut das in einer sehr angenehmen und mitnehmenden Art und Weise. Wir haben uns mit Franz unterhalten und dabei herausgefunden, was den österreichischen Rekordmeister und auch seine Verbindung so einzigartig macht.
Warum bist du Fan dieses Vereins geworden?
„Mein Vater und mein Grovater haben mich, glaube ich, schon mit drei oder vier Jahren das erste Mal mitgenommen – Gott sei Dank zum KAC. Das war einfach eine Art erbliche Vorbelastung [lacht].“
Was würde dir fehlen, wenn es den Verein nicht gäbe?
„Definitiv das Eishockey, die Stimmung in der Halle und das wöchentliche Treffen mit den anderen Fans. Mittlerweile sind daraus viele enge Freundschaften entstanden – teilweise auch mit Spielern. Es würde mir fehlen, diese Leute zu sehen und die Stimmung in der Halle zu genieen. Die Klagenfurter Stadthalle hat durch ihre besondere Bauweise mit den zwei Geschossen ein ganz eigenes Feeling und eine ganz eigene Atmosphäre. Das würde definitiv fehlen.“
Wofür steht der KAC für dich?
„Unser Verein steht für die Region und für Klagenfurt. Er steht für schnelles, gutes Hockey, für Begeisterung, für Zusammenhalt und für Spa am Eishockey.“
Was unterscheidet den KAC von anderen Vereinen?
„Definitiv die Tradition. Wie schon erwähnt, ist der KAC Rekordmeister und wahrscheinlich der bekannteste Eishockeyklub aus Österreich – auch international. Dazu kommt die Fanbase und diese unglaubliche Euphorie, die in der Stadt entstehen kann, wenn der KAC einen Playoff-Run startet und ins Finale kommt. Dann merkt man ein gewisses Kribbeln, eine Elektrizität in der ganzen Stadt. Je näher das Spiel rückt, desto mehr lädt sich diese Stimmung auf. Ich glaube, das ist ziemlich einzigartig – zumindest in Österreich, wenn nicht sogar in Europa.“
Wie nimmst du die Menschen hinter dem Verein wahr?
„Meiner Wahrnehmung nach sind das hart arbeitende Menschen, die alles für den Verein geben. Sie sind eng mit dem Klub verbunden und haben grötenteils auch ihre eigene Vergangenheit im Verein – als Spieler oder in anderen Funktionen. Dadurch besteht eine sehr enge Verbindung zum KAC.“
Welche Rolle spielt der KAC in der Region und in Klagenfurt?
„Der Verein spielt in der Region und in der Stadt eine groe Rolle. Wie gesagt, ist Eishockey bei uns in Kärnten generell die Sportart Nummer eins – auch durch die beiden Vereine, die in der ICE Hockey League spielen. Über den zweiten Verein möchte ich jetzt nicht so viele Worte verlieren [lacht].“

Franz „Puffi“ Puff in seinem Element (Foto: privat)