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Cheftrainer Thomas Berglund im Interview - "Es ist wichtig, dem Team Klarheit zu geben"

SONNTAG, 17. MAI 2026
Thomas Berglund während des Interviews im Haie-Zentrum. (Foto: Johnny Brungs)

„Välkommen till Köln“ – so hieß es die vergangenen Tage öfter im Haie-Zentrum. Denn unser neuer Cheftrainer Thomas Berglund und sein Assistent Henrik Stridh besuchten zum ersten Mal unsere Stadt, unser Trainingszentrum und natürlich auch die LANXESS arena. Neben vielen Terminen konnten wir die Gelegenheit nutzen, um mit unserem neuen Cheftrainer ein Interview zu führen.

Wir haben dabei mit Thomas Berglund unter anderem über seine ersten Eindrücke, seine Arbeit mit der Mannschaft und seine Herangehensweise an die kommende Saison gesprochen.

Hallo Thomas und willkommen in Köln. Wie hast du die vergangenen Tage hier erlebt?
„Es war großartig. Wir wurden von Matthias Baldys und Philipp Walter super betreut, und Fabian Jedwabny (Teammanager) hat uns schon ein wenig die Stadt gezeigt. Wir haben viel über die kommende Saison gesprochen, haben das Trainingszentrum besichtigt, die Kabinen angeschaut und waren auch in der LANXESS arena.“

Wo die Vorfreude auf die kommende Saison sicherlich gewachsen ist.
„Die Arena ist sehr beeindruckend. Man kann sich nur vorstellen, wie es ist, wenn sie ausverkauft ist – und das ist ja fast immer der Fall. Wir freuen uns sehr darauf, als Trainerteam und Mannschaft in dieser Arena vor den Haie-Fans zu spielen. Die Haie sind ein Team mit großer Tradition – sie haben viele Meisterschaften gewonnen und eine sehr große Fangemeinde. Henrik (Henrik Stridh, Co-Trainer) und ich freuen uns sehr, zu diesem Club zu kommen.“

Nach vielen Jahren in Luleå bist du nun zum ersten Mal in einem anderen Land tätig. Was reizt dich an dem neuen Kapitel in Köln am meisten?
„Ich war in meiner Laufbahn noch nie im Ausland – weder als Spieler noch als Trainer. Es ist also das erste Mal, dass ich in einem anderen Land arbeite. Ich freue mich sehr darauf zu sehen, was wir hier erreichen können und welche Elemente wir übernehmen können – ein paar Bausteine aus Schweden, auch taktische Dinge – und sie hier gut umsetzen. Ich finde, das deutsche Eishockey hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. In Schweden sind Eishockey und Fußball recht nah beieinander, hier ist Fußball größer. Aber hoffentlich können wir unseren Teil beitragen, dass Eishockey noch größer wird.“

Welche Bausteine aus Schweden meinst du genau?
„Wir können aus Schweden gewisse Prinzipien und taktische Klarheit mitbringen – wie wir spielen wollen. Gleichzeitig wollen wir das beibehalten, was die Haie stark gemacht hat. Wir werden nichts verändern, nur um des Veränderns willen. Die Haie haben zuletzt wirklich gut gespielt und daran wollen wir anknüpfen.“

Hattest du vorher schon Verbindungen zum deutschen Eishockey?
„Wir haben mit Luleå gegen deutsche Teams in der CHL gespielt und zuletzt habe ich viele Haie-Spiele der abgelaufenen Saison geschaut. Vielleicht ist es in der DEL etwas körperlicher als in Schweden, es gibt mehr nordamerikanische Spieler, die etwas härter spielen. In Schweden ist es im Vergleich zur DEL etwas taktischer. Ich freue mich darauf, Dinge zu adaptieren, die uns kommende Saison nutzen können. Dabei geht es im ersten Schritt darum, die Spieler kennenzulernen. Die Haie haben sich als Top-Team etabliert, und ich habe keinen Zweifel daran, dass alle bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.“

Was ist dir in der Arbeit mit dem Team besonders wichtig?
„Es ist wichtig, dem Team Klarheit zu geben – dass jeder genau weiß, was zu tun ist. Wichtig ist auch, dass wir Ansprüche aneinander stellen können, damit jedem klar ist: Es braucht jeden Tag harte Arbeit. Das ist leichter gesagt, als getan. Wir müssen als Team und als Staff gemeinsam daran arbeiten, diese Gewinnermentalität zu verankern – dass jeder weiß, was es braucht, um Spiele zu gewinnen. Ich werde hohe Anforderungen stellen, harte Arbeit an jedem Tag. Darauf aufbauend schaffen wir Klarheit, wie wir spielen wollen. Wenn wir die Scheibe haben, brauchen wir Ruhe und spielen von dort aus unser Spiel.“

Du hast deinen Staff erwähnt – wie wichtig ist es, mit Henrik Stridh einen langjährigen Vertrauten dabeizuhaben?
„Wir waren neun Jahre zusammen in Luleå und kennen uns daher sehr gut. Henrik ist ein super Typ, er versteht Eishockey sehr gut, und wir arbeiten gut zusammen. Es war für mich wichtig, Henrik dabeizuhaben. Gleichzeitig arbeitet hier bereits ein sehr gutes Team – jetzt müssen wir alles zusammenführen, um unseren Coaching-Staff zu formen. Wir werden uns mit Manuel Kofler, Tommi Satosaari, Leon Lilik und Thomas Brandl treffen, mit ihnen sprechen und über die kommende Saison austauschen. Ich denke, wir werden gut zusammenarbeiten.“

Lass uns zum Abschluss des Interviews etwas weg vom Eis gehen. Was machst du gerne in deiner freien Zeit?
„Ich mag Sport, spiele sehr gerne Padel und Tennis. Mal sehen, wo wir hier aufschlagen können – ich habe gehört, es gibt gute Plätze in der Region. Außerdem möchte ich die neue Stadt kennenlernen, spazieren gehen und schauen, wie es hier ist. Es wird sehr schön sein, im Juli hierherzukommen und mit den Jungs hart zu arbeiten.“

Was aus Schweden wirst du am meisten vermissen?
„Das weiß ich noch nicht – ich will mich hier schnell an das Leben gewöhnen. Am meisten werde ich wahrscheinlich meine Familie vermissen. Ich habe drei Jungs zu Hause. Aber sie werden uns besuchen, und meine Frau wird auch oft hier sein. Es gibt viel Arbeit, und wenn ich hier bin, konzentriere ich mich darauf – das fühlt sich gut an.“