Auf Umwegen nach Augsburg

DIENSTAG, 19. MÄRZ 2002

Freitag, 15.März, 2:00 Uhr Nachts. Alles ist ruhig, Köln schlummert….Ganz Köln?? Nicht doch! Etwa 120 reisefreudige Haiefans warten an der Lentstraße auf die Abfahrt ihrer drei Busse. Die Stimmung ist nach dem grandiosen 4:0-Sieg gegen den unbedeutenderen rheinischen Nachbarn ausgelassen und fröhlich. Was besseres kann es schließlich geben als einen Shoot-Out gegen die Sternchen aus Düsseldorf vor ausverkaufter heimischer Halle??
Nach kleiner Verzögerung setzte sich unser Haie-Convoy endlich in Gang. Das offizielle Ziel des kleinen Wochenendtrips war zwar das letzte Spiel der Punkterunde gegen die Augsburg Panthers am Sonntag. Aber nachdem die Haie sich durch den Sieg gegen die DEG schon den Einzug in die Play-Offs gesichert hatte, gewann das „Rahmenprogramm“, ein kleiner Abstecher nach Garmisch-Partenkirchen, noch zusätzlich an Bedeutung. Nach einer langen Nacht, in der das eine oder andere Kölsch ein neues Zuhause fand, überquerten wir am frühen Morgen die Grenze zum Freistaat Bayern. 
                                                                                                               


Hungrig von der langen Fahrt und mit ungeheurem Kaffeedurst fielen wir gegen 10 Uhr im urig-bayrischen Gasthof Fraundorfer in Partenkirchen ein. Damit wir uns auch gleich wie zu Hause fühlen sollten, nahmen uns Peppi Heiss und seine Familie gleich beim Aussteigen in Empfang und genossen mit uns gemeinsam ein ausgiebiges Frühstück. Frisch gestärkt ging es dann in die Hotels und auf zur Erkundung des malerischen Städtchens unter der Zugspitze.
Einige Haie-Fans zog es wie magisch zur Eishalle, dem Zuhause des SC Riessersee, bei dem nicht nur Peppi Heiss seine Karriere begann, sondern bei dem auch einige Spieler der aktuellen Mannschaft ihre ersten Erfahrungen im Eishockeysport sammelten. Die Jagd nach den begehrten SCR-Pins machte einige Haie-Fans erfinderisch: Da der Fanshop des SCR am Wochenende geschlossen bleibt, wurde kurzerhand der Leiter des Fanartikelbereichs Herr Ludwig (einigen vielleicht durch die Bestellung der Heiss-Sondertrikots bekannt) kontaktiert. Begeistert von der großen Nachfrage kam er umgehend zur Eishalle, öffnete den Fanshop und erfreute uns mit so mancher Geschichte aus den guten Zeiten des SCR.


Am Abend stand dann ein weiterer Höhepunkt der Tour an: Gemeinsam mit Peppi hatten die Eishockeyfreunde als Veranstalter der Fahrt einen bayrischen Abend im Gasthof Fraundorfer organisiert. Von Weißbier und Leberknödeln, Hachsen und Bierlikör bis hin zu bayrischer Live-Musik und Schuhplattler stimmte an diesem Abend wirklich alles. Natürlich durften Peppi und seine Familie bei dieser Fete in Blau, Weiß und Rot nicht fehlen!


Am nächsten Morgen ging es nach einem guten Frühstück und einer Runde Formel Eins mit einem kurzen Zwischenstop am Kloster Ettal auf den Weg nach Augsburg. Dort angekommen freuten wir uns auf ein spannendes Spiel, bei dem es für die Augsburger zugegebenermaßen um mehr ging als für die Haie. Und irgendwie kamen die Haie nicht richtig in Tritt, die Panther zeigten dagegen ihre Krallen …. das Ergebnis ist bekannt. Schön war’s nicht, aber Hauptsache die Play-Offs sind erreicht. Dieses Ziel haben unsere rheinischen Nachbarn durch den Sieg der Augsburger trotz ihres erfolgreichen Saisonbeginns leider verpasst… Schade Düsseldorf, hoffentlich sehen wir uns nächste Saison in den Play-Offs wieder!
Da die Imbiss-Stuben im Augsburger Eisstadion dem Hunger der reiselustigen Haie-Fans nicht gewachsen zu sein schienen – in der 2. Drittelpause war „hammer nich mehr“ das einzige Gericht im Verkauf – haben wir einige Zeit überlegt, ob wir den Gutschein auf der Rückseite unserer Eintrittskarte einlösen sollten. Ob das Fastfood-Unternehmen mit dem schottischen Namen allerdings in der Lage gewesen wäre, 120 Personen mit je 2 Burgern zu versorgen blieb die Frage….Das Gesicht der Drive-In-Verkäufer wäre den Versuch aber sicher wert gewesen… Ein besonders hungriger Haie-Fan war der Versuchung leider schon vor dem Spiel erlegen und musste für den Aktionspreis seine Eintrittskarte abgeben und sich dann am Stadion eine neue Karte kaufen….
Die Rückfahrt gestaltete sich wie das Spiel wenig spektakulär, ein gemütlicher ausklang eines gelungenen Wochenendes, dem auch eine kleine Panne an einem der Busse keinen Abbruch tun konnte.
Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren der Tour: Es war ein fantastisches Wochenende!!