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#3 - Intensive Partie gegen die Eisbären Berlin geht im Penaltyschießen knapp mit 5:6 verloren

SAMSTAG, 26. SEPTEMBER 2026
Juhani Tyrväinen im Zweikampf mit Berlins Liam Kirk (Fotos: City Press GmbH/Daniel Schäfer)

Wir verlieren ein emotionales und maximal abwechslungsreiches Heimspiel gegen die Eisbären Berlin nach Penaltyschießen mit 5:6. Die Führung vor 17.521 Zuschauern wechselt hin und her, kurz vor Schluss sieht der Deutsche Meister aus der Hauptstadt bereits wie der Sieger aus, als ausgerechnet Marcel Noebels und Patrick Russell mit einem „Last-Minute“-Doppelschlag die LANXESS arena kurzzeitig zum Beben bringen und uns in die Verlängerung hieven. In dieser überstehen wir ein Unterzahlspiel und haben selbst Chancen auf den Extrapunkt. Dieser geht im Penaltyschießen nach sechs erfolglosen Haie-Versuchen letztlich an die Eisbären, die das letzte Wort haben. Wir haben hingegen den Spielbericht.

DIE GESCHICHTE DES SPIELS

Die ist schnell erzählt – und das völlig unabhängig vom Ergebnis, das es in sich hatte. Es lief die achte Spielminute, als ein gewisser Marcel Noebels den 1:1-Ausgleich für uns erzielte. Der im Sommer gekommene Angreifer spielte in den vergangenen zwölf (!) Jahren für die Eisbären Berlin, erzielte in dieser Zeit 522 Punkte in insgesamt 635 Spielen, gewann fünfmal die deutsche Meisterschaft und verzichtete daher aus Respekt vor seinem alten Club auf den Jubel. Das übernahmen andere. Nicht unerwähnt bleiben sollen an dieser Stelle natürlich auch der Treffer Noebels‘ kurz vor Schluss zum 4:5 (58.), sein Assist zum 5:5 (59.) und die Szene, die ebenfalls die Geschichte des Spiels hätte werden können. Nämlich die, als Noebels Sekunden vor Ende den Sieg in einer tobenden LANXESS arena auf der Kelle hatte und mit seinem Schuss knapp am Berliner Jack LaFontaine scheiterte.

Marcel Noebels verzichtete nach dem Treffer gegen die Eisbären auf großen Jubel

DAS SPIEL

Wir kamen sehr gut ins Spiel und hatten durch Tim Fleischer und Daniel Fischbuch in den ersten Shifts gleich gute Chancen – dieser „Flow“ wurde durch eine Strafe gegen Maximilian Kammerer in der zweiten Minute abrupt unterbrochen. Die Gäste ließen sich die Chance in Überzahl nicht entgehen und konnten durch Ty Ronning (4.) in Führung gehen. Wir schüttelten uns kurz und kamen dann zum Ausgleich.

Und diesen erzielte Marcel Noebels. Von Patrick Russell im Slot stark eingesetzt, bewahrte der ehemalige Eisbären-Angreifer im Slot kühlen Kopf und traf an Eisbären-Goalie Jack LaFontaine vorbei zum 1:1-Ausgleich (8.). Keine 40 Sekunden später, in der stimmungsvollen LANXESS arena wurden gerade Torschütze und Vorlagengeber durchgegeben, konnten die Berliner wieder in Führung gehen. Liam Kirk traf mit einem satten Handgelenkschuss zum 2:1 aus Eisbären-Sicht. Das letzte Wort in einem unterhaltsamen Anfangsdrittel hatte Brady Austin 37 Sekunden vor Schluss des Drittels. Eine Strafe war bereits angezeigt, weswegen wir in Überzahl agierten. Diese nutzte der großgewachsene Verteidiger, der zwei gute „Screens“ vor dem Tor bekam, und traf per Distanzschuss zum 2:2-Ausgleich. Mit diesem Ergebnis ging es in die erste Drittelpause.

Ins zweite Drittel erwischten wir einen starken Start. Maximilian Kammerer traf für uns in der 21. Minute zum 3:2 – in Überzahl fälschte er einen starken Schuss von Tim Fleischer unhaltbar ab. Es ging weiter hin und her: Berlin traf zunächst in Überzahl durch Markus Vikingstad (29.) zum Ausgleich und legte dann durch Andreas Eder (36.) nach. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts bauten wir durch einen starken Shift noch einmal enorm Druck auf, ließen diesen aber unbelohnt.

Das dritte Drittel startete ungünstig aus unserer Sicht. Jean-Luc Foudy (42.) stellte erstmals an diesem Abend einen Zwei-Tore-Unterschied her – und in dieser Szene steckte eine ordentliche Portion Pech mit drin. Juvonen ließ einen Schuss in den Slot prallen, von wo aus er an den Körper Juhani Tyrväinens ging und unglücklich im Tor landete. Da Berlin es verpasste, in der Folgezeit mit einem sechsten Tor eventuell den „Deckel draufzumachen“ und wir uns zu keiner Zeit aufgaben, sollte das Spiel in der regulären Zeit noch ein irres und vor allen Dingen lautes Ende finden.

Wieder Noebels (58.) und anschließend Patrick Russell (Powerplay/59.) sorgten für Riesenjubel im weiten Rund und für den späten 5:5-Ausgleich. Beide Treffer fielen mit einem Spieler mehr auf dem Eis, da Juvonen in den jeweiligen Szenen vom Eis genommen wurde. Beinahe hätte Noebels diesem Spiel Sekunden vor Ende noch die Krone aufgesetzt, doch er scheiterte mit einem Tip-in an LaFontaine.

In der Overtime konnten wir eine Unterzahl überstehen. Da beide Teams keinen Treffer erzielten, ging es ins Penaltyschießen, welches Foudy mit dem einzigen Treffer für die Berliner entscheiden sollte. Dass unsere Mannschaft trotz der Niederlage von den vielen Fans nach Abpfiff gefeiert wurde, gab dem Abend einen würdigen Abschluss.

ZAHLEN, BITTE

  • 2 x 2 = 4: Beide Teams konnten jeweils zwei Treffer in Überzahl erzielen

  • 1/12: Zwölf Versuche hat es gebraucht, um einen Sieger im Penaltyschießen zu ermitteln, Foudys Treffer war der einzige erfolgreiche Penaltyversuch des Abends

  • Drei: Marcel Noebels (zwei Tore, ein Assist) und Patrick Russell (ein Tor, zwei Assists) verbuchten an einem torreichen Abend jeweils drei Scorerpunkte

  • 56: Wir schossen 56-mal in Richtung des gegnerischen Tores (32 auf das Tor) und gewannen 56% der Bullys

TORE

0:1 Ty Ronning (Powerplay/Tiffels) 4. Minute; 1:1 Marcel Noebels (Russell) 8. Minute; 1:2 Liam Kirk (Ronning, J. Müller) 9. Minute; 2:2 Brady Austin (Press, MacLeod) 20. Minute; 3:2 Maximilian Kammerer (Powerplay/Fleischer, Ljungh) 21. Minute; 3:3 Markus Vikingstad (Powerplay/Pföderl, Wissmann) 29. Minute; 3:4 Andreas Eder (Fontaine) 36. Minute; 3:5 Jean-Luc Foudy (Vikingstad, Fontaine) 42. Minute; 4:5 Marcel Noebels (Russell, Sennhenn) 58. Minute; 5:5 Patrick Russell (Powerplay/Noebels, MacLeod) 59. Minute; 5:6 Jean-Luc Foudy (Penalty) 65. Minute

AUSBLICK

Nach drei Heimspielen geht es für uns am Sonntag das erste Mal in dieser Saison auf Auswärtsreise. Wir spielen am Sonntagnachmittag (27. September) um 16:30 Uhr bei den Augsburger Panthern. Die Partie im Curt-Frenzel-Stadion könnt ihr selbstredend live über unseren Liveticker oder auch über MagentaSport verfolgen. Die Augsburger, denen wir uns zeitnah mit einer kleinen Gegnervorschau widmen, haben nach drei Spielen fünf Punkte auf dem Konto.

Das nächste Heimspiel von uns steht dann am Freitag, den 2. Oktober, um 19:30 Uhr an. Dann empfangen wir Red Bull München – ihr wollt dabei sein? Kein Problem!

BILDERGALERIE

STIMME

Der Start des Spiels war gut, aber nach dem Gegentreffer haben wir kurz durchatmen müssen, da haben wir Berlin zu viel Zeit gegeben und waren vor dem eigenen Tor in der Defensive nicht konsequent genug. Es war gut für uns, dass wir kurz vor Ende des ersten Drittels ausgleichen konnten. Wir haben zu viele Strafen gezogen, weil es gegen eine so gute Mannschaft wie Berlin schwer ist, viel Zeit auf der Strafbank zu verbringen. Die letzten zwölf Minuten des Schlussabschnitts waren gut, wir konnten Druck aufbauen und den Ausgleich erzielen. Schade, dass wir das Comeback nicht veredeln konnten, aber wir nehmen den Punkt gerne mit. Es war ein Spiel zweier starker Mannschaften.

CO-TRAINER HENRIK STRIDH