Sonntag, 14. Juni 2020

Steffen Thaut, Organisationsleiter Junghaie: "Den Job kannst du nur mit Leidenschaft machen!"

Seit 2011 ist Steffen Thaut (30) bei den Kölner Haien im Nachwuchs tätig. Der gelernte Veranstaltungskaufmann ist als Organisationsleiter bei den Junghaien quasi „Mädchen für alles“. Wir haben uns mit ihm über seine vielfältigen Aufgaben beim KEC-Nachwuchs unterhalten.

Steffen, Du bist bereits seit gut zehn Jahren fester Bestandteil der Haie-Familie. Erzähl doch mal, wie Du zum KEC gekommen bist?
Steffen Thaut: 
"Nach meiner Ausbildung und zu Beginn meines Studium habe ich nebenbei noch beim Fanportal haimspiel.de gearbeitet. Auch wenn ich schon 1995 das erste Mal mit meinem Vater in der Lentstraße war, bin ich damals erstmals so richtig mit Eishockey in Berührung gekommen. Ich habe zudem schon immer gerne fotografiert und dann auch geschrieben. Irgendwann hat mich dann einer aus dem Vorstand des e.V. angesprochen, ob ich das nicht nebenbei für den KEC-Nachwuchs machen möchte. So bin ich – zunächst noch ehrenamtlich – bei den Junghaien reingerutscht. Dann wurde es irgendwann immer mehr, bis für mich die Stelle des Organisationsleiters geschaffen wurde."

Wie sehen denn als Organisationsleiter beim Nachwuchs Deine Aufgaben aus?
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Eigentlich mag ich den Begriff gar nicht so gerne. Ich leite hier ja nichts, sondern sorge als ein Rädchen von vielen dafür, dass die Dinge laufen. ‚Mädchen für alles‘ ist eigentlich die passendere Signatur (lacht). Denn es gibt viele Berührungspunkte zu allen Abteilungen im Verein. Pressearbeit, Social Media, Homepage-Pflege, Video-Schnitt, Fotografie – all das fällt in mein Aufgabengebiet. Aber auch das Teammanagement aller Altersklassen bis hoch zur  U17 und U20 gehört dazu: Ich bin dafür verantwortlich, dass beim Equipment der Spieler alles passt und die Trainingsabläufe stimmen. Ich schreibe die Spielpläne und sorge als Mannschaftsleiter der U20 dafür, dass die Abläufe rund um die Heim- und Auswärtsspiele reibungslos funktionieren. Immer mit dem Ziel, dass sich unsere Jungs rundum wohlfühlen. Zudem halte ich Kontakt zu den Sportschulen und Internaten oder übernehme Aufgaben im Sponsoring und Marketing. Nach dem Aufstieg unserer Frauenmannschaft in die 1. Bundesliga kommt auch da einiges Organisatorisches dazu. Auch die Verbandsarbeit und das tägliche Treiben auf der Geschäftsstelle gehören zu meinen Themenfeldern. Eines ist mir bei all den Aufgaben aber ganz wichtig: Diesen Job kannst du nur mit Leidenschaft machen. Sonst wird das nichts."

Das klingt in der Tat nach einem sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Gab es in all den Jahren denn ein Highlight, an das Du Dich besonders gerne erinnerst?
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Puh, das ist schwer zu beantworten. Vielleicht der Aufstieg mit der U20 von der Jugendbundesliga in die DNL. Das war schon sehr emotional und ein tolles Erlebnis, das ich gleich in meinem zweiten Jahr beim KEC mitnehmen durfte. Auch die Finalteilnahmen mit der U20 waren ein absolutes Highlight für mich. Dazu war ich 2020 als Team-Manager für den Deutschen Eishockey-Bund bei der U20 A-WM in Tschechien für die DEB-Auswahl zuständig – eine ganz große Ehre. Wenn der Verband auf dich zukommt und dich fragt, ob du das machen willst, zeigt mir das auch, dass meine Arbeit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wird."

Vor kurzem ist die Nachwuchsarbeit der Junghaie im Rahmen des 5-Sterne-Programms der DEL mit der höchsten Punktzahl aller Clubs bewertet worden. Was macht der KEC besser als andere Vereine?
"Wir haben hier mit nur einer Eisfläche und vier Jugendkabinen sicher nicht die besten infrastrukturellen Voraussetzungen – dennoch machen wir daraus unheimlich viel. Was uns besonders auszeichnet? Das sind die Menschen, die hier mit viel Herzblut und Engagement arbeiten. Das fängt bei Rodion Pauels an, der hier der Kopf des Ganzen ist und seit Jahrzehnten fantastische Arbeit leistet. Geht weiter über die hauptamtlichen Trainer Patrick Strauch, Jannik Melzer, Sebastiano LoCastro und Julian Karadakic und hört auf bei den vielen Jugendtrainern und Ehrenamtlern, die sich täglich für den Verein einbringen. Darum ist der KEC im Nachwuchs so stark und wird zurecht Jahr für Jahr mit einer Top-Wertung im 5-Sterne-Programm der DEL belohnt."

Im Profi-Kader für die Saison 2020/21 stehen insgesamt 14 ehemalige Junghaie. Siehst Du das auch als Lohn Deiner täglichen Arbeit?
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Das ist ja das Ziel unseres Wirkens: Wir wollen möglichst viele Spieler so vorbereiten, dass sie eine Chance haben, eine Profi-Karriere einzuschlagen – am liebsten natürlich bei den Haien! Für dieses große Ziel reißen wir auch gerne unsere Stunden ab. Ich finde es aber immer besonders schön, wenn Spieler, die aus dem eigenen Nachwuchs bei uns kommen, auch nach Jahren als Profi immer mal wieder vorbeischauen und sagen: 'Die Zeit als Nachwuchsspieler beim KEC gehört zu den schönsten in meiner Karriere'."

Zur kommenden Spielzeit sind nun sieben Junghaie mit sogenannten "Förderlizenzen" ausgestattet worden. Was bedeutet das für die Jungs?
"Das ist in allererster Linie eine riesengroße Ehre. Als Profi das Trikot der Haie tragen zu dürfen, ist schließlich etwas ganz Besonderes. Und das wissen die Jungs auch. Viele von ihnen sind ja Kölner oder kommen aus dem Umland und kennen deshalb die große Bedeutung dieses Clubs. Aber auch die Spieler von außerhalb können das in der Regel sehr gut einschätzen. Der Schritt aus dem eng betreuten Umfeld – neben der täglichen Trainingsarbeit betreuen wir die Jungs im Nachwuchs ja beispielsweise auch intensiv bei schulischen Fragen oder anderen Problemen – ist für viele schon sehr groß. Bei den Profis ist der Druck noch um ein vielfaches größer. Daran müssen sich die Jungs erst einmal gewöhnen.“

Was sind aus Deiner Sicht die größten Hürden, die ein Jugendspieler auf dem Weg zum Profi nehmen muss?
"Wichtig ist es, dass die Jungs auf dem Boden bleiben. Dafür sorgen wir im Verein aber schon (lacht). Nur weil du dieses Papier unterschrieben hast, bedeutet das ja nicht, dass du dein Ziel erreicht hast. Im Gegenteil: Jetzt geht die eigentliche Arbeit erst richtig los. Jetzt müssen sie sich Woche für Woche bei den Besten der Besten ihrer Sportart beweisen. Das impfen wir den Jungs – gemeinsam mit den Profitrainern – immer wieder ein. Nur, wer das im Kopf klar kriegt, schafft letztlich auch den Sprung in die DEL."

Hat sich die Arbeit mit den Nachwuchsspielern in den letzten Jahren verändert?
"Natürlich ist die Arbeit in allen Belangen sehr viel professioneller geworden. Das fängt beim Equipment und der intensiven Betreuung der Nachwuchsmannschaften an – und hört beim engen Zusammenwirken zwischen dem e.V. und der Profiabteilung auf. Früher haben Rodion und ich allein in einem kleinen Büro gesessen – mehr Mitarbeiter gab es damals auf der Geschäftsstelle nicht. Heute arbeiten hauptamtlich sechs Personen für die Junghaie. Die Strukturen sind also ganz andere als früher."

Gibt es ein Talent, bei dem Du sofort gesagt hast: "Der schafft auf jeden Fall den Sprung zum Profi"?
"Es ist immer schwer, eine Wette auf die Zukunft zu machen. Aber selbst mir ist aufgefallen, dass beispielsweise ein Ausnahmetalent wie Dominik Bokk die Skills und den Kopf mitgebracht hat, um später als Profi voll durchzustarten. Leon Draisaitl habe ich ja leider nicht mehr betreuen dürfen, der war damals schon zu den Jungadlern nach Mannheim gewechselt."

Erzähl doch mal Deine Lieblingsanekdote im Zusammenhang mit deiner Arbeit – du musst auch keine Namen nennen …
"Ich habe in all den Jahren so viel erlebt – das meiste davon kann und will ich hier gar nicht erzählen (schmunzelt). Dass ein Spieler bei einem Auswärtsspiel erst in der Kabine merkt, dass er seine Schlittschuhe vergessen hat – oder sein Schläger fehlt – passiert immer mal wieder. Aber im Großen und Ganzen sind die Jungs doch sehr pflegeleicht."

Foto: Basti Sevastos // Steffen Thaut beim Spiel der Junghaie gegen die Jungadler in der LANXESS arena

 

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