2014/2015: Eine turbulente Saison ohne Playoffs

Nach zwei Vizemeisterschaften in Folge verfolgten die Kölner Haie auch in der Saison 2014/15 nur ein Ziel: Ganz nach dem Motto, „Die Jagd nach dem neunten Stern“, sollte 2015 endlich wieder der „große Wurf“ gelingen und den KEC-Fans die langersehnte neunte Meisterschaft geschenkt werden. „14 Mannschaften stehen an der Startlinie und nahezu alle haben die Chance, Meister zu werden“, prognostizierte Haie-Trainer Uwe Krupp unmittelbar vor dem Saisonstart. Dass er nur gut einen Monat später nicht mehr Trainer des KEC sein würde, hätten zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nur die wenigsten für möglich gehalten. Doch der Reihe nach...

Haie international in der CHL

Haie international in der CHLMit Nationalspieler Alexander Sulzer, Torhüter Sebastian Stefaniszin sowie den Nordamerikanern Jamie Johnson, Mike Iggulden und Evan Rankin sollte das Haie-Team gezielt verstärkt in die Spielzeit 2014/15 starten, in der der KEC neben der DEL auch an der Champions Hockey League (CHL) teilnahm. Gruppengegner in diesem erstmals ausgeführten internationalen Club-Wettbewerb waren der HC Košice (Slowakei), Bílí Tygři Liberec (Tschechien) und Oulon Kärpät (Finnland). Gleich vier Gruppenspiele wurden bereits vor dem Start der DEL-Saison ausgetragen, in denen die Haie in der heimischen LANXESS arena gegen Košice (2:1) und Oulu (3:2) siegen konnten, sich aber gegen Liberec (1:4) und in Oulu (2:3 n.P.) geschlagen geben mussten. Insgesamt eine ordentliche Zwischenbilanz. Gerade der Heimsieg gegen den finnischen Meister Oulun Kärpät konnte als Ausrufezeichen gewertet werden.

500. DEL-Spiel in der Arena

500.Spiel

Zum Start der DEL-Saison konnten die Kölner Haie ein Jubiläum feiern: Mit dem ersten Heimspiel 2014/15 gegen die Grizzly Adams Wolfsburg öffnete die LANXESS arena (vormals Kölnarena) bereits zum 500. Mal ihre Pforten für eine Partie der höchsten deutschen Eishockeyliga. Seit 1998 ist die Multifunktionshalle in Köln-Deutz die Heimat der Haie, in der den KEC-Fans schon reichlich Spektakel geboten wurde. Doch nach dem Jubiläumsspiel jubelten nur die Gäste. Mit 1:4 mussten sich die Haie den Wolfsburgern geschlagen geben – die zweite Niederlage in Folge, nachdem der KEC bereits am ersten Spieltag mit einer Niederlage aus Straubing (2:3 n.P.) zurückgekehrt war. Es folgten zwei Siege gegen Nürnberg (5:3) und in Hamburg (4:1) – die letzten Erfolge vor einer länger andauernden Durststrecke, die der KEC und seine Fans von Ende September bis Ende Oktober durchleben mussten.

Niederlagenserie und Krupp-Aus

Niederlagenserie und Krupp-AusZwischen dem 21. September und dem 24. Oktober kassierten die Haie sage und schreibe elf Niederlagen in Folge. Obendrein wurde der KEC von einer Verletzungsplage heimgesucht und musste zwischenzeitlich auf mehrere Stammspieler verzichten. Auf den personellen Engpass wurde mit den Verpflichtungen der Stürmer Maxime Sauvé und Nick Latta zwar reagiert, Siege wollten sich jedoch nicht einstellen. Und nicht nur in der DEL gingen die Haie in dieser Phase stets als Verlierer vom Eis. Nach den Niederlagen in Liberec (1:2) und Kosice (3:4) war für den KEC auch in der CHL nach der Gruppenphase Schluss. Am 10. Oktober drückten die Gesellschafter der Haie schließlich den Resetknopf. Trainer Uwe Krupp, seine Assistenten Brian McCutcheon und Ron Pasco sowie Sport-Geschäftsführer Lance Nethery wurden freigestellt. Eine unpopuläre Entscheidung, die für große Teile der Haie-Fans völlig aus dem Nichts kam und großen Unmut zur Folge hatte. „Diese Entscheidung ist den Gesellschaftern nicht leicht gefallen. Sie ist kein Schnellschuss und nicht allein damit begründet, dass wir zu Saisonbeginn einige Spiele verloren haben. In einem längeren Prozess sind die Gesellschafter zu der Überzeugung gelangt, dass unser sehr gutes Team seine Leistungen nur mit einem grundlegenden Neustart abrufen kann, um unsere hohen Ziele verwirklichen zu können“, erklärte Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger die Entscheidung. Neuer Cheftrainer war fortan Niklas Sundblad, der als amtierender DEL-Meistercoach nach Köln zurückkehrte, wo er bereits von 2009 bis 2013 als Co- und Cheftrainer sowie von 2001 bis 2003 als Spieler aktiv war. Sein Assistent wurde Franz Fritzmeier, der von Haie-Kooperationspartner Duisburg zum KEC wechselte.

Kommen, Gehen und Bleiben

Kommen, Gehen und BleibenIn der DEL-Tabelle waren die Haie zwischenzeitlich auf Platz 13 abgerutscht. Und auch unter der neuen sportlichen Führung gingen die ersten vier Spiele verloren. Erst am 24. Oktober, beim 2:1 n.V. im „Pinktober-Spiel“ gegen den EHC Red Bull München, platzte der Knoten. Als Chris Minard in der Verlängerung den Siegtreffer knipste, entluden sich die Emotionen. In der Folge präsentierten sich die Haie konstant unkonstant. Siege und Niederlagen wechselten sich bis in den Dezember munter ab. Auch personell blieb das Rad bei den Haien nicht stehen. Zunächst musste Marcel Müller den KEC verlassen. Mit Ryan Jones wurde ein neuer NHL-erfahrener Stürmer verpflichtet. In einem „Tauschgeschäft“ zwischen Köln und Augsburg wechselten die Stürmer Philip Riefers (nach Augsburg) und Sebastian Uvira (nach Köln) die Trikots. Dazu feierte der langzeitverletze Verteidiger Andreas Holmqvist erst Ende November sein Saisondebüt. Björn Krupp wurde im Dezember an die Grizzly Adams Wolfsburg verliehen. Langfristig verlängert wurden die Verträge von Moritz Müller, Torsten Ankert, Philip Gogulla, Pascal Zerressen, Marcel Ohmann und Nick Latta.

Sharky goes viral

Sharky goes viralEinen großen Erfolg konnte Sharky Ende Oktober verbuchen: Das mittlerweile weltweit bekannte und beliebte Maskottchen der Haie konnte mit seinem Auftritt im Powerbreak während der Partie gegen München einen neuen Hype auslösen. Das Video von seinem Sharky-Dance ging auf der Facebook-Präsenz des KEC durch die Decke. Über 1,1 Mio. Menschen sahen den Beitrag, 420.000 haben sich den Clip angesehen, über 2.500 Mal wurde es geteilt. Sharky ist und bleibt doch der heimliche Star der Kölner Haie.

Hoch im Dezember

Auf dem Eis besserten sich die Ergebnisse bis zum Jahresende. Mit dem 3:2-Sieg gegen die Ice Tigers aus Nürnberg schob sich der KEC am 19. Dezember erstmals seit September wieder auf einen Playoff-Platz vor. Insgesamt konnten die Haie von Ende November bis zur Silvesternacht 12 von 17 DEL-Spiele siegreich gestalten. Die Hoffnung, die bislang sehr turbulent verlaufene Spielzeit doch noch erfolgreich abzuschließen, wurde größer.

Niederlage beim Winter-Game-Spektakel

Wintergame
Im Rahmen des 2. DEL Winter Games stieg am 10. Januar dann das größte Derby aller Zeiten zwischen DEG und KEC in der Düsseldorfer ESPRIT arena. Und dieses 2. DEL Winter Game hatte alles, was ein Eishockey-Spektakel bieten muss: ein actionreiches Rahmenprogramm, einen spannenden Spielverlauf, viele Tore – und eine Rekordkulisse! 51.125 Fans strömten an diesem Samstagnachmittag in die ESPRIT arena und stellten damit einen neuen Zuschauerrekord für Eishockey-Ligaspiele in Europa auf. Nur eines fehlte aus Sicht der vielen angereisten KEC-Fans, die mit ihrer tollen Stimmung das Winter Game fast zu einem Heimspiel machten – ein Sieg ihrer Kölner Haie, die sich dem Gastgeber Düsseldorfer EG nach großem Kampf knapp mit 2:3 geschlagen geben mussten.

Playoffs rücken in die Ferne

Playoffs rücken in die Ferne

Personell wurde der Kader auch im Januar noch einmal verändert: Verteidiger-Koloss und NHL-Veteran Douglas Murray sollte den Haien im Ligaendspurt die nötige Physis verleihen, Stürmer Evan Rankin ging zurück nach Nordamerika. Doch dem KEC ging nach und nach die Luft aus. Von den verbliebenen 13 Hauptrundenspielen nach dem Winter Game konnten die Haie nur fünf Partien gewinnen – zu wenig für die Playoff-Qualifikation, auch wenn diese bis zum vorletzten Spieltag noch möglich war. So fand die Endrunde in der DEL zum zweiten Mal nach 2009, und erst zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte, ohne die Kölner Haie statt.

Den Blick schnell nach vorne richten

Den Blick schnell nach vorne richtenTränenreich von den Fans verabschiedet wurden auf der traditionellen Saisonabschlussveranstaltung die langjährigen Haie-Profis John Tripp, Chris Minard, Andreas Holmqvist und Daniel Tjärnqvist. Alle vier erreichten mit dem KEC zwei Mal in Folge das DEL-Finale. Unabhängig vom Ausgang der Spielzeit wurde Trainer Niklas Sundblad vom KEC das Vertrauen für die kommende Saison ausgesprochen. Der schwedische Coach soll die Kölner Haie mit einem eigens zusammengestellten Kader wieder nach oben führen – wo sie auch hingehören!

Trauer beim KEC

Leider hatten die Kölner Haie auch in der Saison 2014/15 einen Trauerfall zu beklagen. Am 24. Januar verstarb mit Toni Richter ein langjähriger ehrenamtlicher Helfer im Alter von 82 Jahren. Toni Richter begann schon Anfang der 1960er Jahre im damals noch offenen Eisstadion an der Lentstraße seine Tätigkeit als Zeitnehmer. Zuverlässig und immer freundlich war er zudem als Betreuer für KEK und KEC aktiv. Über 40 Jahre arbeitete Toni Richter ehrenamtlich für das Kölner Eishockey, ehe er 2007 offiziell in den verdienten „Haie-Ruhestand“ verabschiedet wurde. Toni Richter war zudem Ehrenmitglied des Haie e.V.

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Sonntag, 19. November 2017 Haie unterliegen München klar

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