Freitag, 21. August 2015

„Köln ist in Europa eine der besten Städte für Eishockey!"

Niklas Sundblad übernahm während der vergangenen Saison den Trainerposten bei den Kölner Haien, ist in der Domstadt aber längst kein Unbekannter. Im Interview spricht der Schwede über seine KEC-Vergangenheit, das neue Haie-Team, seine Eishockey-Philosophie und vieles mehr …

Herr Sundblad, bevor wir zum aktuellen sportlichen Geschehen kommen, lassen Sie uns kurz einen Blick zurückwerfen. Sie haben schon eine lange Kölner Vergangenheit, waren von 2001 bis 2003 als Spieler beim KEC aktiv und haben 2002 die bislang letzte Meisterschaft mit nach Köln geholt. Wie sind Ihre Erinnerungen an die Zeit als Haie-Spieler?
Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Zeit als Haie-Spieler. Wir haben gleich in meinem ersten Jahr die Meisterschaft gewonnen und hatten einen sehr starken Kader. Corey Millen, Alex Hicks, Petri Liimatainen, John Miner, Chris Rogles, Mirko Lüdemann, Jörg Mayr – dieses Team konnte sich schon sehen lassen. Die Hauptrunde haben wir zwar nur auf Platz sechs abgeschlossen, aber in den Playoffs sind wir dann durchgestartet. Es war die erste Meisterschaft in meiner Karriere und die Stimmung hier Köln nach unserer Rückkehr aus Mannheim und dem Titelgewinn war einzigartig.

Sie haben zuvor in Nordamerika, in Ihrer Heimat Schweden, in Finnland und anschließend in Italien und sogar in Japan gespielt. Wie kommt man als Eishockey-Spieler nach Asien?
Als ich in Italien aktiv war, kam mein Agent mit der Idee auf mich zu, nach Asien zu wechseln und ich dachte mir, warum eigentlich nicht. Die Zeit in Japan war eine wirklich interessante Erfahrung. Ein großer Unterschied war die Fankultur. Wir haben vor nur 2.000 Zuschauern gespielt und die haben sich das ganze Spiel über sehr ruhig verhalten. Da ist es hier schon besser. Die Fankultur in der DEL ist wohl die beste der Welt.

Nach Ihrer aktiven Karriere sind Sie sofort hinter die Bande gewechselt. War es für Sie schon immer klar, dem Eishockey auch nach der Spielerkarriere erhalten zu bleiben und einen Trainerposten zu übernehmen?
Ja, genau das war mein Plan. Ich habe mit der Trainierausbildung schon als aktiver Spieler begonnen. Während meiner letzten Saison als Spieler von AIK Stockholm kam dann eine Anfrage vom Herner EV. Sie wollten mich als Trainer und ich habe ja gesagt.

Sie haben nun erstmals Ihr eigenes Haie-Team zusammenstellen dürfen. Wie nah ist der aktuelle Haie-Kader an Ihrem Traum-Kader?
Für die Möglichkeiten, die wir hier in Köln und der DEL haben, bin ich sehr zufrieden mit unserem neuen Kader. Wir haben sehr viel Arbeit investiert, um diesen Kader zusammen zu stellen. Jetzt gilt es, daraus eine erfolgreiche Mannschaft zu bauen.

Wie läuft die Suche nach den passenden Spielern ab?
Es kommt immer darauf an, welche Rolle der jeweilige Spieler in der Mannschaft einnehmen soll. Jean-Francois Boucher hat zum Beispiel eine andere Rolle als Per Aslund. Wir haben für jeden Roster-Platz einen bestimmten Spieler gesucht und den auch gefunden. Natürlich hört man sich im Vorfeld auch im Umfeld des möglichen Neuzugangs, bei Scouts und bei dessen Ex-Verein um, um ein möglichst komplettes Bild von ihm zu bekommen. Es steckt wie gesagt sehr viel Arbeit im Aufbau des Kaders und es spielen sehr viele Faktoren auf Club- aber auch auf Spielerseite eine Rolle, bis man sich schließlich geeinigt hat. Sich einen Top-Spieler zu wünschen ist einfach. Ihn dann am Ende auch verpflichten zu können, ist umso schwerer.

Es gab nach der vergangenen Saison einen großen Umbruch im Team. Warum war dieser aus Ihrer Sicht nötig?
Wir haben die Playoffs verpasst und waren einfach nicht gut genug als Kölner Haie. Es war Zeit für einen Umbruch.

Sie waren auf Ihrer Spielersuche gemeinsam mit Co-Trainer Franz Fritzmeier viel unterwegs, unter anderem in der Schweiz und in Nordamerika. Wie wichtig ist es, die potenziellen Neuzugänge vorher persönlich unter die Lupe zu nehmen?
Ich finde es sehr wichtig. Man bekommt ein Gefühl für den Spieler und es immer besser mit ihm persönlich zu sprechen als nur über den Agenten zu kommunizieren. Aber es geht bei diesen Scouting-Tripps auch darum, die Spielweise in den anderen Ligen besser kennen zu lernen und diese dadurch einschätzen zu können. Wie stark sind die Ligen in Schweden, der Schweiz, Österreich oder die russische KHL im Vergleich mit der DEL? So kann man Spieler, die von Agenten angeboten werden, gleich besser einschätzen.

Sie bekommen während der Offseason täglich hunderte Spieler angeboten. Nach welchen Kriterien beginnen Sie diese Listen zu sichten? Oder führen Sie eher Ihre eigene Liste mit interessanten Spielern?
Interessante Spieler, die schon länger in der DEL spielen, habe ich natürlich auf einer eigenen Liste. Ich kenne diese Spieler sehr gut und kann mir mein eigenes Bild machen. Die Listen der Agenten gehen wir durch, wenn wir eine bestimmte Art Spieler suchen, zum Beispiel einen Center, der rechts schießt. Solche Informationen findet man auf diesen Listen sehr schnell. Wir bekommen so einen ersten Überblick und können dann entscheiden, ob wir uns näher mit dem Kandidaten beschäftigen wollen.

Wie machen Sie Spielern, die Sie verpflichten wollen, Köln schmackhaft?
Ich sage ihnen, wie ich es selber empfinde, für die Kölner Haie zu arbeiten. Köln ist in Europa eine der besten Städte um Eishockey zu spielen. Wir haben hier ein tolles Stadion und tolle Fans. Dazu eine super Trainingshalle von der die Spieler immer schwärmen, wenn sie sie zum ersten Mal betreten. Köln ist auch einfach eine schöne Stadt zum Leben. Es gibt nicht viele Spieler, die die Kölner Haie gerne wieder verlassen.

 

Das ganze Interview mit Haie-Cheftrainer Niklas Sundblad lesen Sie im neuen Haie-Guide, den Sie ab sofort im Shop im Haie-Zentrum an der Gummersbacher Straße und im Online-Shop der Kölner Haie kaufen können. Preis: 8 Euro.

Foto: City Press GmbH

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