2006/07: Zwei Mal von Mannheim ausgebremst

Die Saison 2006/2007 war ein Neuanfang. Nach vier Jahren mit Trainer Hans Zach an der Bande kehrte eine neue Philosophie bei den Haien ein. Doug Mason, der Kanadier, der auch einen holländischen Pass besitzt, heuerte als neuer Cheftrainer beim KEC an. Mit aggressivem und temporeichem Eishockey wollte er die Herzen der Kölner Fans erobern. Auch wenn es nicht zum Titel reichte: Doug Masons Ideen kamen an. Er verschaffte sich schnell Respekt und formte eine torhungrige Mannschaft.

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Neuer Mann hinter der Bande: Doug Mason
 

Auch im Kader der Haie gab es einige einschneidende Veränderungen. Profis, die das Gesicht der Kölner Haie für lange Zeit geprägt hatten, liefen nicht mehr für den KEC auf: Brad Schlegel (ab 2001 bei den Haien) ging mit Hans Zach zu den Hannover Scorpions und Alex Hicks (auch ab 2001 bei den Haien) beendete seine Karriere. Auch Eduard Lewandowski (ab 2002 bei den Haien), der nach Mannheim wechselte, spielte nicht länger im Haie-Trikot. Für den aufstrebenden Torhüter Thomas Greiss, der nach Nordamerika in die Organisation der San Jose Sharks wechselte, kam Adam Hauser zu den Haien.

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... und zwischen den Pfosten: Adam Hauser
 

Bei der Zusammenstellung des Kaders legten Trainer Doug Mason und Manager Rodion Pauels vor allem auf schlittschuhläuferische Fähigkeiten wert. Mit Bryan Adams kam ein „Motor“ (Mason über Adams) zum KEC, mit Daniel Rudslätt mal wieder ein schwedischer Spitzenspieler.

Der Saisonstart am 7. September 2006 stand unter keinem guten Stern. Durch Sperren (Nachwirkungen des letzten Saisonspiels in der Saison 2005/2006 in Düsseldorf) und Verletzungen fehlten den Haien beim ersten Spiel sechs Stammkräfte. Es ging ausgerechnet gegen den Ex-Trainer: Die Hannovers Scorpions gastierten in der Kölnarena. Doch der Rumpfkader der Haie schaffte das nicht für möglich gehaltene und siegte mit 4:2. Die Scorpions sollten in dieser Saison ohnehin ein gern gesehener Gegner werden: Die Haie holten die maximale Anzahl von 12 Punkten gegen die Niedersachsen.

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Den Schwung des Auftaktsieges nutzte der KEC auch in den Spielen, die folgten. Köln legte einen sehr guten Saisonstart mit vier Siegen in Folge hin. Erst in Krefeld (3:4 n.V.) wurden die Haie erstmals ausgebremst.

Der September war auch im medialen Bereich ein wichtiger Monat für die Kölner Haie. Der Heimatsender center.tv ging mit dem NetCologne FanTV auf Sendung. Eine Stunde KEC-Magazin mit Spielbildern, Portraits und vielen Geschichten rund um die Haie – und das im Free-TV. Das gab es zuvor noch nie.

Auch im Bereich Marketing und Zuschauergewinnung ließ sich der KEC wieder viel einfallen: Die Frühbucheraktion wurde geboren. Zudem luden die Haie zur „Ladies Night“: Beim Heimspiel am 20. Oktober gegen Hamburg wurde für weibliche Zuschauer einiges geboten (heiße männliche Tänzer und Prosecco inklusive).

Sportlich sorgten die Haie im Oktober für viel Gesprächsstoff: am 3.10. fegte der KEC die Füchse Duisburg aus deren Halle: Das 11:2 im Ruhrgebiet war der höchste Auswärtssieg seit über zehn Jahren. Es sollte nicht der letzte zweistellige Erfolg in dieser Saison bleiben ...

Ein weiteres Phänomen dieser Spielzeit kündigte sich beim Spiel in Straubing an. Die Haie verloren beim Aufsteiger mit 1:2. Gegen vermeintlich kleinere Gegner sollte der KEC in der Saison 2006/2007 viele Punkte verschenken. Duisburg, Augsburg und Straubing belegten nach der Hauptrunde die drei letzten Plätze in der Tabelle und sammelten gegen die Haie in den 12 Begegnungen dennoch insgesamt sieben Siege. Die Patzer gegen die „Kleinen“ waren das Ärgernis dieser Saison. Sauer stieß den Fans auch die Bilanz gegen den Erzrivalen Düsseldorf auf. Drei Niederlagen in vier Spielen, darunter zwei Heimpleiten, sorgten für Missstimmung.

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Moritz Müller
 

Gut, dass die Haie auch immer wieder für unvergessliche Höhepunkte sorgten. In die Geschichte des KEC ist das Spiel am 28. November 2006 eingegangen. Die Haie gewannen gegen den damaligen Tabellenführer Ingolstadt mit sage und schreibe 10:0. Es war der bis dato höchste Heimsieg in der Kölnarena seit deren Erbauung 1998. Zusätzliches „Schmankerl“ für die Fans war eine Massenkeilerei, an deren Ende sich Moritz Müller mit Panther-Stürmer Melischko ein Duell lieferte, dass dem KEC TV-Bilder in allen deutschen Fernsehstationen sicherte. Müller erlangte durch die Schlägerei nahezu „Kultstatus“ bei den Fans.

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Der bislang höchste Heimsieg in der Kölnarena
 

Im Dezember standen wichtige Unterschriften auf dem Programm. Dave McLlwain, der Haie-Kapitän und mittlerweile 39 Jahre alt, unterzeichnete einen neuen Vertrag. Am Ende der Saison sollte er zum DEL-Topscorer werden. Ein Meilenstein war sicherlich die Vertragsverlängerung mit der Kölnarena. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich die Haie und die Kölnarena Management GmbH auf einen weiteren Nutzungskontrakt bis zum Jahr 2013.

Für positive Schlagzeilen sorgte der KEC auch auf dem Eis. Im Dezember arbeitete sich die Mannschaft von Trainer Doug Mason bis auf Tabellenplatz 2 nach oben. Im Januar jedoch fiel das Team in ein Loch: Von neun DEL-Partien im Januar verlor der KEC acht. Gut, dass es die Scorpions gab. Sowohl den einzigen Januar-Sieg (9:1 in der Kölnarena!) als auch den Befreiungsschlag nach dem sportlich wenig erbaulichen Monat (3:1 in Hannover) schafften die Haie gegen ihren alten Trainer.

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DEL-Rekordspieler Andreas Renz
 

Einen weiteren Rekord stellte zu Beginn des Jahres DEL-Rekordspieler Andreas Renz auf. Er bestritt als erster Spieler überhaupt sein 700. DEL-Spiel.

Im Pokal erreichten die Haie das Finale. Dort musste sich der KEC am 20. Februar 2007 in einem packenden Match in der SAP Arena gegen die Adler Mannheim geschlagen geben. Am Ende unterlag der KEC mit 5:6 nach Verlängerung.

Durch das Januar-Tief hatte der KEC einige Ränge in der Tabelle eingebüßt. Nach der Hauptrunde belegten die Haie mit 91 Punkten aus 56 Spielen Platz 5, was die direkte Qualifikation für die Play Offs bedeutete. In der Saison 2006/2007 waren erstmals nur die besten sechs Mannschaften direkt für das Viertelfinale gesetzt, die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn spielten die letzten beiden freien Plätze in der Quali-Runde aus, der übrigens auch der Meister Berlin zum Opfer fiel.

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Frust nach der knappen Pokalniederlage: Lasse Kopitz
 

Im Play Off-Viertelfinale kam es zum Duell mit dem ERC Ingolstadt. In den ersten beiden Spielen der „best of seven“-Serie überrannten die Haie die Panther mit deutlichen Siegen. Erst in Spiel 3 erwachte der ERC und konnte in der Serie verkürzen. Der entscheidende Genickschlag war aber wohl Spiel 4 in der Kölnarena, als Ivan Ciernik nach 76 torlosem aber hochdramatischem Minuten Eishockey zum 1:0-Sieg in der Verlängerung traf. Zwar konnte Ingolstadt noch mal sein nächstes Heimspiel dieser Serie, die durch Ermittlungsverfahren und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen mit vielen „Nebengeräuschen“ über die Bühne ging, gewinnen, Köln machte den Sack aber in Spiel 6 zu (5:1).

Mitten in die Viertelfinalserie der Profis schaffte das Team des KEC aus der Deutschen Nachwuchsliga die Sensation: Das Kölner DNL-Team von Trainer Rupert Meister gewann erstmals in der Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft. Die Haie gewannen gegen den Serien-Sieger Mannheim.

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Ivan Ciernik
 

Auch die Profis trafen auf die Adler. Im Halbfinale der DEL konnten die Haie den Erfolg der Nachwuchsspieler aber nicht wiederholen. Der KEC unterlag glatt in drei Spielen gegen den späteren Deutschen Meister. Es war ein ernüchterndes Aus.

Mit etwas Abstand konnte aber mit dem Einzug in Pokalfinale, dem Erreichen des Halbfinales und einem wieder sehr guten Zuschauerschnitt eine positive Saisonbilanz gezogen werden. 13.037 Fans kamen pro Spiel. Das war die beste Zuschauerzahl seit 1999. Einzig in der ersten Kölnarena-Saison 1998/1999 kamen noch mehr Fans zu den Heimspielen der Haie. Insgesamt sahen 391.101 Zuschauer die KEC-Spiele in der Kölnarena in der Saison 2006/2007.

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